Devisen: Euro zu US-Dollar gestiegen - Britisches Pfund unter Druck

Der Kurs des Euro ist am Donnerstagnachmittag gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag zuletzt zu 1,1674 USD gehandelt. Im frühen Handel hatte sie noch knapp einen halben Cent niedriger notiert und am Mittag bei 1,1657 USD.
02.11.2017 17:06

Zum Schweizer Franken rührte sich der Euro seit der Mittagszeit per Saldo praktisch nicht von der Stelle. Zuletzt notierte der Kurs auf 1,1645 CHF. Zum US-Dollar wertete sich der Franken hingegen auf. Derzeit wird der greenback zu Kursen um 0,9974 CHF nach 0,9990 CHF um die Mittagszeit gehandelt.

Entscheidend für den Devisenmarkt ist derzeit die Geldpolitik in den USA. Medienberichte, laut denen Jerome Powell künftiger Vorsitzender der US-Notenbank Fed und Nachfolger von Janet Yellen werden soll, hätten den Dollar belastet, sagten Händler. Allgemein wird damit gerechnet, dass US-Präsident Donald Trump Notenbank-Direktor Powell am Abend nominieren wird. Die Amtszeit der aktuellen Fed-Vorsitzenden Yellen endet im Februar 2018. Die Chancen, dass Powell die nötige Zustimmung des Senats erhält, gelten als gut. Er gilt als Vertreter der bisherigen eher lockeren Geldpolitik.

Ermutigende Signale von der Wirtschaft in Deutschland und dem gesamten Euroraum stützten den Euro etwas. Die Industriestimmung in der Eurozone ist im Oktober laut endgültigen Zahlen auf den höchsten Stand seit sechseinhalb Jahren gestiegen. Der Wert lag nur leicht unter der ersten Schätzung. Positiv überrascht haben Italien und Spanien, wo keine Erstschätzung stattfindet. Der französische Wert wurde jedoch etwas nach unten revidiert. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober auf den niedrigsten Wert in diesem Monat seit der Wiedervereinigung gesunken.

Stark unter Druck geraten ist am Devisenmarkt das britische Pfund. Die britische Notenbank hatte ihren Leitzins zwar erstmals seit rund zehn Jahren erhöht. Er stieg um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5%. Sie gab jedoch keine konkrete Hinweise auf weitere Anhebungen. Sie bekräftigte lediglich eine frühere Aussage, wonach eine geldpolitische Straffung "graduell" und "in begrenztem Umfang" erfolge. Notenbankchef Mark Carney warnte erneut vor den Risiken, die durch den Brexit für die britische Wirtschaft entstünden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88690 (0,87385) britische Pfund, 132,90 (132,60) japanische Yen und 1,1647 (1,1640) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1279,20 (1277,05) Dollar gefixt.

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(AWP)