Devisen: Euro zu USD und CHF gestiegen - Warten auf Yellen-Rede

Der Euro hat am Freitag vor einer mit Spannung erwarteten Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen zum US-Dollar aber auch zum Franken zugelegt. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0566 US-Dollar gehandelt und damit höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0565 (Donnerstag: 1,0514) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9465 (0,9511) Euro.
03.03.2017 17:05

Zum Franken bleibt die Einheitswährung mit 1,0672 CHF fester als am Vortag, gegenüber der Notierung vom Mittag (1,0671 CHF) hat er sich aber kaum noch verändert. Der US-Dollar hat sich zur Schweizer Währung mit 1,0100 CHF (Mittag 1,0116) leicht verbilligt.

Hinweise auf gesunkene Chancen der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen auf einen Wahlsieg hätten den Euro gestärkt, hiess es aus dem Handel. Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Odoxa würde der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron mittlerweile auch im ersten Wahlgang vor der Chefin des Front National liegen. Macron hatte am Donnerstag sein Programm vorgelegt. Die französische Präsidentschaftswahl gilt als grösster politischer Risikofaktor für die Finanzmärkte, da Le Pen aus dem Euro austreten will.

Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone stützten die Gemeinschaftswährung zusätzlich. Die Stimmung bei den Unternehmen im Dienstleistungssektor ist im Februar auf den höchsten Stand seit Mai 2011 gestiegen. Überraschend positiv haben sich die Einkaufsmanagerindizes vor allem in Italien und Spanien entwickelt.

Ansonsten ist die Geldpolitik in den USA das alles beherrschende Thema am Devisenmarkt. Nachdem eine Reihe von führenden amerikanischen Notenbankern eine weitere Zinserhöhung im März signalisiert hatten, ist am Abend auch eine Rede der Fed-Chefin Yellen geplant. Mittlerweile wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im März an den Finanzmärkten mit 90 Prozent eingeschätzt und ist damit nahezu vollständig eingepreist. Die letzte Gewissheit über den Zeitpunkt des nächsten Zinsschritts erhoffen sich die Anleger von den Yellen-Aussagen.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es unterdessen beim mexikanischen Peso, dessen Wert nach Aussagen des neuen US-Handelsministers Wilbur Ross zum Handelsabkommen Nafta kräftig stieg. Der Peso war nach dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump stark unter Druck geraten. Trump hat das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) in Frage gestellt.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1226,50 (1238,10) Dollar gefixt./tos/jsl/mis

(AWP)