Devisen: Euro zum Dollar auf höchstem Stand seit Brexit - Über 1,08 Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Dienstag beflügelt durch gute Jobdaten in Spanien zum US-Dollar zugelegt und war zwischenzeitlich so viel wert wie seit dem starken Kurseinbruch im Anschluss an das Brexit-Votum nicht mehr. Im späten Mittagshandel wird die Gemeinschaftswährung aktuell bei 1,1193 US-Dollar gehandelt und damit über dem Kurs vom Vorabend. Zwischenzeitlich war der Kurs des Euro bis auf 1,1209 Dollar gestiegen.
02.08.2016 14:17

Zum Franken verharrt der Euro bei zuletzt 1,0811 CHF dagegen nur knapp oberhalb der 1,08-Marke. Zum Wochenschluss hatte er zeitweise darunter notiert. Die jüngsten Worte von SNB-Präsident Thomas Jordan am Vortag auf einer Konferenz auf der indonesischen Insel Bali zeigten damit kaum die gewünschte Wirkung. Jordan hatte klar gemacht, dass die Schweizerische Nationalbank Spielraum für weitere Eingriffe am Devisenmarkt habe. "Die gegenwärtige Herangehensweise ist die richtige - Expansion in der Geldpolitik und eine Bereitschaft zu intervenieren", sagte Jordan. Die SNB will verhindern, dass sich der Franken zum Euro weiter aufwertet. Der US-Dollar verliert zum Franken ebenfalls weiter an Boden und kostet 0,9659 CHF nach 0,9670 am Morgen.

Gute Signale aus dem früheren Krisenland Spanien gaben dem Euro gegenüber dem US-Dollar Auftrieb. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern registrierten Erwerbslosen fiel im Juli zum Vormonat um knapp 84'000 auf rund 3,68 Millionen. Laut dem spanischen Arbeitsministerium ist das der absolut stärkste Rückgang in einem Monat Juli seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1997. Etwas robuster als erwartete Daten zur Teuerung im Euroraum bewegten die Gemeinschaftswährung dagegen kaum. Die Erzeugerpreise sind im Juni weniger stark als erwartet gesunken.

Kurzzeitige deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es beim Australischen Dollar, der nach der erwarteten Leitzinssenkung durch die Reserve Bank of Australia auf ein Rekordtief kurzzeitig nachgab, sich aber schnell erholte.

In einer Rede rief der US-Notenbanker Robert Kaplan die Politik im Kampf gegen das weltweit schwächelnde Wachstum zum Handeln auf. "Die entwickelten Länder weltweit sind an einem Punkt, an dem Strukturreformen, Fiskalpolitik und andere Massnahmen der Regierungen die Wirtschaftspolitik ergänzen müssen", sagte der Präsident der regionalen Notenbank von Dallas laut einem Redetext am Dienstag in Peking. Kaplan ist auch Mitglied der US-Notenbank Fed.

Im weiteren Tagesverlauf richten sich die Blicke der Anleger noch auf Zahlen zu den privaten Einnahmen und Konsumausgaben in den USA. Ausserdem werden Daten zum sogenannten PCE-Deflator Aufschluss über die Teuerung geben. Dirk Gojny, Experte bei der National-Bank, rechnet mit keinen Enttäuschungen bei den Daten.

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(AWP)