Devisen: Euro zum Dollar etwas schwächer - Kaum bewegt zum Franken

FRANKFURT (awp international) - Der Euro ist am Freitag bis zum Mittag gegenüber dem US-Dollar leicht unter Druck geraten. Aktuell kostet die Gemeinschaftswährung 1,1015 USD und damit etwas weniger als am Morgen.
22.07.2016 13:27

Zum Franken zeigt sich der Euro bei einem Stand von 1,0862 CHF wenig bewegt. Die Experten von Morgan Stanley heben in einem aktuellen Devisenkommentar denn auch hervor, dass sich der Franken zuletzt vergleichsweise stabil gehalten habe und dies auch weiterhin werde. Unterstützung liefere dabei das negative Zinsumfeld.

Die Schweizerische Nationalbank greife zwar immer wieder über Interventionen am Devisenmarkt ein, betreibe aber keine aktive Politik zur Frankenschwächung. Vielmehr greife sie vornehmlich in Zeiten erhöhter Volatilität ein, so die Experten.

Ein US-Dollar kostet am Freitagmittag 0,9861 CHF und damit nur geringfügig mehr als am Morgen. Wesentlich stärker bewegt zeigt sich das britische Pfund. Unternehmensumfragen, die darauf hindeuten, dass die britische Wirtschaft stark durch das Brexit-Votum belastet wird, schicken die Währung auf Talfahrt.

So seien die Einkaufsmanagerindizes des Forschungsinstituts Markit mit Spannung erwartet worden, weil sie erste Hinweise auf die konjunkturellen Folgen des Brexit-Referendums geben. Wie sie zeigen, trübte sich die Stimmung im Euroraum zwar leicht ein, allerdings nicht so stark wie befürchtet. In Grossbritannien dagegen brachen die Indikatoren ein. Laut Markit signalisieren sie die schwächste Wirtschaftsentwicklung seit dem Frühjahr 2009. Damals war die Wirtschaft Grossbritanniens infolge der Finanzkrise in eine schwere Rezession gefallen.

Laut Markit-Chefökonom Chris Williamson deutet die Umfrage auf eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 0,4% im dritten Quartal hin. Er spricht von einer "dramatischen Verschlechterung" in der britischen Wirtschaft. Das Pfund geriet daraufhin gegenüber US-Dollar, Euro und auch den Franken unter Druck.

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(AWP)