Devisen: Euro zum Dollar und Franken wenig verändert - Türkische Lira fällt

Der Kurs des Euro hat sich einen Tag nach dem Scheitern der deutschen "Jamaika"-Gespräche kaum bewegt. Am Dienstagnachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1734 USD gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Am Montag hatte das Ende der Sondierungen zur Regierungsbildung noch zeitweise belastet. "So ungewohnt es auch für Deutschland sein mag, die Märkte zeigen sich unbeeindruckt von den Jamaika-Turbulenzen", kommentierten Experten der Commerzbank.
21.11.2017 17:06

Auch das Währungspaar EUR/CHF bewegte sich den ganzen Tag über in einer relativ engen Bandbreite zwischen 1,1620 und 1,1670, wobei der Kurs aktuell bei 1,1638 notiert und damit etwas unter dem Niveau vom frühen Nachmittag.

Die Ökonomen der Credit Suisse gehen davon aus, dass die Schwäche des Frankens anhalten wird. Sie hoben in einer am Berichtstag publizierten Studie ihre Dreimonatsprognose für das Wechselkurspaar EUR/CHF auf 1,18 von 1,15. Sie halten darüber hinaus einen Anstieg auf 1,20 für möglich, wobei es sich um einen starken Widerstand handle. Die Experten der Grossbank begründen ihre Prognosen unter anderem mit der nach wie vor bestehenden Überbewertung des Frankens und dem aktuellen risikofreundlichen Umfeld.

Das Duo USD/CHF schwächte sich im Verlauf des Nachmittags ebenfalls leicht ab und fiel für kurze Zeit sogar knapp unter die 0,99er-Marke. Aktuell steht das Kurspaar bei 0,9918.

TÜRKISCHE LIRA AUF REKORDTIEF

Starke Kursbewegungen gab es bei der türkischen Lira. Die jüngste Talfahrt der Währung hatte am Morgen nochmals Fahrt aufgenommen und der Wert erneut ein Rekordtief erreicht. Zeitweise musste für einen Euro 4,6747 Lira gezahlt werden und damit so viel wie noch nie. Als Auslöser für den Kursrutsch gelten jüngste Äusserungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Staatschef hatte sich zuletzt zum wiederholten Mal gegen höhere Leitzinsen in der Türkei ausgesprochen. Erdogan gilt schon länger als Kritiker hoher Zinsen zur Inflationsbekämpfung. Seine Einschätzung steht im klaren Gegensatz zur Geldpolitik führender Notenbanken, die eine zu hohe Inflation gemeinhin mit steigenden Zinsen bekämpfen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88498 (0,88940) GBP und 131,87 (132,10) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'283,30 (1'286,20) USD gefixt.

jkr/jsl/he/rw

(AWP)