Devisen: Euro zum Dollar weiter mit Auftrieb - zum Franken schwächer

FRANKFURT (awp international) - Der Eurokurs hat am Donnerstag von der zögerlichen Geldpolitik der US-Notenbank profitiert. Bis zum Mittag kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf etwas über 1,1240 USD. Aktuell kostet der Euro 1,1234 USD.
22.09.2016 13:27

Derweil muss das Währungspaar EUR/CHF Verluste hinnehmen. Am Donnerstagmittag wird der Euro zu 1,0872 nach 1,0896 CHF gehandelt. Bei Unterschreiten von 1,0875 müsse mit Verlusten in Richtung 1,0825 gerechnet werden, so die ZKB in ihrer technischen Markteinschätzung. Damit sich die Lage neutralisiere, müsste die Marke 1,0920 zurückerobert werden.

Auch der Dollar tendiert gegenüber dem Franken auf der schwachen Seite und kostet aktuell 0,9679 (0,9709) CHF. Verluste könnten nun bis 0,9650 stattfinden, so die Kantonalbank.

Die US-Notenbank hat am Mittwoch ihren Leitzins zum sechsten Mal in Folge nicht angetastet. Gleichwohl hätten sich die Argumente für eine weitere Leitzinserhöhung "verstärkt", sagte Notenbankchefin Janet Yellen. Die kurzfristigen Risiken für den Wirtschaftsausblick seien "ziemlich ausgewogen".

"Eigentlich wäre all das für den Markt ein klarer Hinweis, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorsteht", kommentierte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Daher müsste eigentlich der Dollar fester notieren. Allerdings erreiche die Fed den Markt nicht mehr. "Im Pokern würde man sagen: Der Markt will sehen. Worte allein helfen nicht mehr", so Karpowitz.

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(AWP)