Devisen: Euro zum US-Dollar wenig bewegt - Gut behauptet zum Franken

Der Euro hat am Freitag gegenüber dem US-Dollar keine Reaktion auf robuste Konjunkturdaten aus dem Währungsraum gezeigt. Am Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1411 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend.
07.07.2017 13:03

Zum Franken zieht der Euro bis zum Mittag auf 1,0987 CHF an und nimmt damit die Marke von 1,10 verschärft ins Visier. Sein bisheriges Tageshoch liegt bei 1,0992 CHF. Am Morgen hatte die SNB berichtet, dass ihre Devisenreserven im Juni 2017 leicht gesunken sind. Der Rückgang beträgt rund 0,7 Mrd CHF. Zum Vergleich: Von Februar bis April waren die Devisenreserven noch sehr deutlich angestiegen.

Dem Euro hatten zuletzt wachsende Spekulationen auf eine geldpolitische Wende durch die EZB zum Teil kräftigen Auftrieb gegeben. Im Führungsgremium der Notenbank wurde laut dem jüngsten Sitzungsprotokoll darüber nachgedacht, die Kommunikation hinsichtlich der Wertpapierkäufe zu verändern. Letztlich entschied man sich dagegen - auch aus Sorge, dies könnte als fundamentale Veränderung des geldpolitischen Kurses interpretiert werden. Im Mai überraschend stark ausgefallene Produktionsdaten aus Deutschland, Frankreich und Spanien verschaffen dem Euro am Freitag keinen weiteren Auftrieb.

Unter Druck geriet unterdessen der japanische Yen. Die Währung verlor am Freitag zwischenzeitlich rund ein halbes Prozent an Wert, nachdem die japanische Notenbank in der Nacht am Rentenmarkt eingegriffen hatte, um ihr Renditeziel zu verteidigen. Es war die dritte Intervention seit Einführung des Renditeziels als Instrument der Geldpolitik im September. Wenn auch eigentlich nichts Überraschendes passiert sei: Am Devisenmarkt sei man anscheinend an das Versprechen der Notenbank erinnert worden, schreibt Lutz Karpowitz, Experte bei der Commerzbank. "Manchmal reicht auch einfach eine Bestätigung eines offiziellen Programms, um den Devisenmarkt in Schwung zu bringen."

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(AWP)