Devisen: Eurokurs bleibt unter 1,09 US-Dollar - Zeitweise Siebenmonatstief

NEW YORK (awp international) - Der Kurs des Euro ist am Freitag im US-Handel unter Druck geblieben. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0868 Dollar. Im europäischen Handel war sie zuvor bis auf 1,0860 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März gefallen.
21.10.2016 21:16

Der Franken hat am Freitagabend leicht angezogen, vor allem zum Euro. Dieser kostet noch 1,0809 CHF, nach 1,0826 am späten Nachmittag und noch 1,0850 am frühen Morgen. Der US-Dollar hat sich auf 0,9942 CHF von 0,9950 leicht verbilligt.

Mit der Aussicht auf eine weiter ungebremste Geldflut durch die Europäische Zentralbank (EZB) habe der Eurokurs seine Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt, sagten Händler. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0886 (Donnerstag: 1,0980) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9186 (0,9107) Euro.

Am Devisenmarkt wirkten Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi vom Vortag nach. Nach der Zinssitzung der Notenbank hatte sich er zwar mit konkreten Hinweisen zur weiteren Entwicklung der Geldpolitik weitgehend zurückgehalten. Allerdings machte der Notenbanker deutlich, dass ein abruptes Ende der Anleihekäufe durch die EZB unwahrscheinlich sei. Diese Aussage gilt am Markt als Ursache für die jüngste Kursschwäche des Euro.

"Am Devisenmarkt hat sich allmählich die Erkenntnis durchgesetzt, dass vor Jahresende sehr wohl eine Verlängerung der Anleihekäufe der EZB kommen kann", sagte Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Die Notenbank hält die Geldschleusen im Kampf gegen die flaue Konjunktur und eine schwache Inflation weit offen und pumpt jeden Monat über den Kauf von Wertpapieren 80 Milliarden Euro in den Markt. Derzeit ist das Kaufprogramm der EZB noch bis zum März 2017 befristet.

la/he

(AWP)