Devisen: Eurokurs erholt sich - Auch zum Franken im Plus

Der Eurokurs hat sich am Mittwoch von zwischenzeitlichen Kursverlusten erholt. Die verbesserten Wahlaussichten des proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron bei den französischen Präsidentschaftswahlen stützten die Gemeinschaftswährung. Bis zum späten Nachmittag stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,0538 US-Dollar. Zuvor hatte er bei 1,0494 Dollar den tiefsten Stand seit sechs Wochen erreicht.
22.02.2017 17:25

Auch gegenüber dem Franken legte der Euro nach dem Mittag leicht zu. Die Gemeinschaftswährung gewann rund eine viertel Rappen und kostet am späten Mittwoch-Nachmittag 1,0666 CHF. Der US-Dollar hingegen gab zum Franken etwas nach. Der Dollar geht am Mittwoch-Nachmittag bei 1,0122 CHF um.

Der zentristische Politiker Francois Bayrou hatte am Nachmittag angekündigt, nicht bei den Präsidentschaftswahlen zu kandieren. Er will stattdessen Macron unterstützten. Dies erhöht laut Beobachtern die Wahlaussichten für Macron. Vor der Ankündigung war der Euro erneut unter Druck geraten, machte aber anschliessend seinen Tagesverlust wieder wett.

"Die Gefahr, dass bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich etwas schief geht, ist der wesentliche Grund für die jüngste Euroschwäche", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Ein Wahlsieg von Marine Le Pen vom Front National würde den Euro am Tag nach dem Wahlsieg auf eine rasante Talfahrt schicken. Le Pen fordert einen Austritt des Landes aus der Eurozone.

Konjunkturdaten gingen in diesem Umfeld vollständig unter. So hatte das Ifo-Geschäftsklima im Februar deutlich stärker zugelegt als erwartet. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Es verbesserten sich sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Beurteilung der aktuellen Lage. "Der Trend weist wie beim Einkaufsmanagerindex und den Auftragseingängen klar nach oben", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Die Stimmung trotzt den von Donald Trump und den französischen Präsidentschaftswahlen ausgehenden Risiken - zumal der Konsum stark ist."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8445 (0,8486) GBP und 118,79 (119,77) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1236,65 (1233,20) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 884,00 (37 571,00) Euro.

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(AWP)