Devisen: Eurokurs fällt nach Draghi-Aussagen - Zum Franken über 1,17 CHF

Der Euro ist am Mittwoch nach Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, gegenüber dem US-Dollar gesunken. Im Vormittagshandel rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,2364 US-Dollar, konnte sich dann aber wieder bis auf 1,2374 Dollar erholen. Am Morgen wurde der Euro noch an der Marke von 1,24 US-Dollar gehandelt.
14.03.2018 10:32

Gegenüber dem Schweizer Franken pendelt der Euro weiter um die 1,17er Marke und notiert mit 1,1703 CHF wieder knapp darüber. Auch der US-Dollar macht zum Franken an Boden gut. Er geht am Mittwoch-Vormittag bei 0,9457 CHF um.

Draghi hatte am Morgen in einer Rede in Frankfurt erneut keine schnelle Änderung der extrem lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt und damit den Euro belastet. Der Notenbankchef sagte, dass die Inflation in der Eurozone trotz eines robusten Aufschwungs weiter gedämpft bleibe. Nach Einschätzung von Draghi wird die Preisentwicklung unter anderem durch die Eurostärke gebremst. Ein starker Euro verbilligt Waren, die importiert werden.

Die EZB werde ihre extrem lockere Geldpolitik erst dann etwas zurücknehmen, wenn sich die Inflationsentwicklung nachhaltig ihrem Preisziel annähere, sagte Draghi. Er machte abermals deutlich, dass die Geldpolitik in der Eurozone "geduldig und beharrlich" sein muss.

Bis zu den Aussagen Draghis hatte der Euro noch durch eine breitangelegte Dollar-Schwäche profitiert. Die US-Währung wurde durch die jüngste politische Entwicklung in Washington belastet. US-Präsident Donald Trump hatte seinen Aussenminister Rex Tillerson durch CIA-Chef Mike Pompeo ersetzt. Der Personalwechsel reiht sich ein in zahlreiche Rücktritte und Entlassungen in Trumps Administration. "Die US-Administration versinkt tiefer im Chaos", kommentierte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank die jüngste Entwicklung.

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(AWP)