Devisen: Eurokurs fällt unter 1,06 USD - Kommt zum Franken etwas zurück

FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Freitag gegenüber dem US-Dollar an seine Vortagesverluste angeknüpft. Am Donnerstag war er nach wichtigen geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) abgesackt. An diesem Freitag hatte sich die Gemeinschaftswährung im frühen Handel zunächst noch stabil gezeigt, fiel im Vormittagshandel dann aber unter 1,06 USD auf zuletzt 1,0596 USD.
09.12.2016 13:43

Zum Franken hat der Euro im Verlauf des Freitagvormittags ebenfalls etwas an Boden verloren und wird mit 1,0763 CHF etwas tiefer als am Morgen gehandelt. In einer aktuellen Studie fragen die Experten von Morgan Stanley, ob der starke Franken der SNB derzeit weniger Sorgen bereite. Es stünden diverse politische Ereignisse in der Eurozone bevor. Gleichzeitig dürfte die Inflation weltweit anfangen wieder zu steigen. In einem solchen Szenario könnten die Schweizer Währungshüter etwas weniger besorgt sein über die Frankenstärke. Entsprechend hätten sie ihre Prognose für das EUR/CHF-Paar für Mitte 2017 auf 1,05 reduziert.

Mit seiner aktuellen Schwäche reagiert der Euro weiter auf eine Verlängerung der Anleihekäufe durch die EZB. Die Notenbank will ihr Anleihekaufprogramm bis mindestens Dezember 2017 durchführen. Viele Experten hatten nur mit einer Verlängerung bis September 2017 gerechnet. Dies lastete auf dem Euro, der vor den Entscheidungen der EZB noch zeitweise über 1,08 USD notiert hatte.

Dass die Notenbank gleichzeitig die monatlichen Anleihekäufe ab April 2017 von 80 Mrd EUR auf 60 Mrd reduzieren wird, spielte am Devisenmarkt offenbar weniger eine Rolle. Schliesslich habe Präsident Mario Draghi deutlich gemacht, dass die Notenbank das Programm bei einem schwächeren Konjunkturausblick jederzeit ausweiten könnte, kommentierte Esther Reichelt, Devisenexperten bei der Commerzbank.

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(AWP)