Devisen: Eurokurs fällt zum Dollar und Franken nach Entscheidungen der BoJ

FRANKFURT (awp international) - Der Kurs des Euro hat am Mittwoch nach den geldpolitischen Entscheidungen der japanischen Notenbank (BoJ) nachgegeben und ist auf den tiefsten Stand seit Ende August gefallen. Am Morgen sank die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,1123 USD. Zuletzt lag sie bei 1,1144 USD. Zum Franken gibt der Euro ebenfalls nach und notiert am Mittag auf 1,0889 CHF nach 1,0913 CHF am Morgen. Der Dollar wird zeitgleich zu 0,9769 CHF verglichen mit 0,9793 CHF am Morgen gehandelt.
21.09.2016 13:33

Die BoJ hat sich die Option auf weitere geldpolitische Lockerungen offen gehalten und sich dafür mehr Spielraum verschafft. Zunächst werde an dem jährlichen Volumen der Wertpapierkäufe in Höhe von 80 Bio Yen (rund 700 Mrd EUR) und am Negativzins von minus 0,1% festgehalten, teilte die Notenbank mit. Beide Stellschrauben könnten demnach aber noch weiter gelockert werden. Nach den Entscheidungen verlor der japanische Yen zwischenzeitlich gut ein Prozent an Wert, glich die Verluste im Anschluss aber wieder aus.

Durch eine künftig flexiblere Durchführung der Massnahmen wollen die Notenbanker möglichen Risiken der lockeren Geldpolitik begegnen. So wollen sie bei ihren Wertpapierkäufen die sogenannte Zinsstrukturkurve im Blick behalten, also den Abstand zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen. Dabei dürfte es darum gehen, eine zu geringe Differenz zwischen den Zinssätzen zu verhindern. Eine sehr flache Zinsstrukturkurve kann unter anderem die Geschäftsmodelle von Banken gefährden.

Ansonsten richten sich am Devisenmarkt die Blicke auf die im weiteren Tagesverlauf anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. An den Märkten wird mehrheitlich nicht mit einer Leitzinsanhebung gerechnet. Zuletzt eher enttäuschende Konjunkturdaten und die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA sprechen laut Beobachtern gegen eine weitere Straffung. Im unerwarteten Fall einer Zinserhöhung durch die Fed würde es zu einer beträchtlichen Aufwertung des US-Dollar und wahrscheinlich zu einem Ausverkauf von Risikoanlagen kommen, schreiben die Devisenexperten der Credit Suisse in einem Bericht.

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(AWP)