Devisen: Eurokurs gefallen - EZB-Chef Draghi will weiter abwarten

Der Euro ist am Mittwoch gefallen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2353 US-Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro noch über der Marke von 1,24 Dollar notiert. Der Franken notiert zum Euro derweil am Nachmittag wieder etwas fester. Nachdem der Euro gegen Mittag noch 1,1700 CHF gekostet hatte, liegt er nun bei 1,1692. Der US-Dollar kostet 0,9465 CHF.
14.03.2018 17:04

Unter Druck geriet der Euro nach Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi. Er hatte am Morgen in einer Rede in Frankfurt erneut keine schnelle Straffung der bisher sehr lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt. Trotz des Aufschwungs bleibe die Inflation weiter gedämpft. Man werde eine Wende erst einleiten, wenn sich die Inflationsentwicklung nachhaltig dem Preisziel von knapp zwei Prozent annähere. "Die EZB bleibt geduldig, beständig und vorsichtig", kommentierte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei der ING-Diba.

Noch am Dienstag hatte der Dollar unter dem politischen Chaos in den USA gelitten und war auch zum Euro unter Druck geraten. US-Präsident Donald Trump hatte seinen Aussenminister Rex Tillerson durch CIA-Chef Mike Pompeo ersetzt. Der Personalwechsel reiht sich ein in zahlreiche Rücktritte und Entlassungen in Trumps Regierung. "Die US-Administration versinkt tiefer im Chaos", kommentierte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank die jüngste Entwicklung.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88630 (0,88650) britische Pfund, 131,77 (132,31) japanische Yen und 1,1704 (1,1690) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1323,55 (1322,75) Dollar gefixt. /jsl/bgf/tos/kw

(AWP)