Devisen: Eurokurs gefallen - Franken zum Euro auf höchstem Stand seit Brexit

FRANKFURT (awp international) - Der Eurokurs ist am Freitag leicht gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,0884 US-Dollar gehandelt. Er lag damit etwas unter dem Niveau aus dem frühen Handel als er noch knapp über der Marke von 1,09 Dollar notiert hatte.
11.11.2016 13:08

Auch zum Franken gab der Euro im Verlauf des Morgens deutlich nach. Der Franken kletterte dabei gegenüber der Gemeinschaftswährung auf den höchsten Stand seit dem Brexit im Juni. Der Euro geht am Freitag-Mittag bei 1,0713 CHF um. Laut den Devisenexperten der ZKB könnte das EUR/CHF-Paar zeitweilig unter Druck kommen. Dies begründen sie damit, dass die US-Wahlergebnisse populistische Strömungen in Europa verstärken könnten. Die SNB werde allerdings einer potentiellen Frankenaufwertung entgegenhalten.

Gegenüber dem Franken praktisch unverändert steht der US-Dollar. Der Dollar kostet am Mittag 0,9855 CHF. Durch die Wahl von Donald Trump rechnen die ZKB-Experten mit einem weiteren Erstarkens des US-Dollars, da wirtschaftspolitische Ziele rascher umgesetzt werden können.

Nach dem Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat sich der Wechselkurs von Euro und Dollar zuletzt beruhigt. An den Finanzmärkten herrsche Zuversicht, der neue US-Präsident werde nicht für Verwerfungen und Handelskonflikte sorgen, schreibt Ralf Umlauf, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Der Dollar tendiere daher fest. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann riet am Donnerstagabend zur "Besonnenheit und Gelassenheit" nach dem Trump-Sieg. Der neu gewählte US-Präsident sollte an dem gemessen werden, was er nach seinem Wahlsieg erklärt habe.

Deutlich unter Druck standen dagegen weiter Währungen aus den Schwellenländern. Verlierer waren beispielsweise die türkische Lira, der südafrikanische Rand und der brasilianische Real. Angesichts steigender Marktzinsen am US-Anleihemarkt ziehen Investoren Gelder aus den Schwellenländern ab und investieren es in den USA. Besonders deutlich waren erneut die Verluste für den mexikanische Peso. Der Dollar stieg auf einen Rekordstand von 21,18 Peso. Investoren fürchten nach dem Sieg von Trump einen Handelskrieg der USA mit Mexiko.

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(AWP)