Devisen: Eurokurs im US-Handel nur wenig bewegt

NEW YORK (awp international) - Der Eurokurs hat sich am Donnerstag im US-Handel nur moderat bewegt. Rund eine Stunde vor der Schlussglocke an der Wall Street kostete die Gemeinschaftswährung 1,1331 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1343 (Mittwoch: 1,1378) Dollar festgesetzt. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch über der Marke von 1,14 Dollar notiert.
09.06.2016 21:19

Zum Schweizer Franken notierte der Euro am späten Abend bei 1,0916 CHF. Zwischenzeitlich hatte das Währungspaar EUR/CHF aber die Marke von 1,09 klar unterschritten bzw. war bis auf 1,0884 gesunken. Als Grund für die Stärke des Frankens, der auf einem 7-Wochenhoch zum Euro steht, nannten Händler vor allem die Ängste vor einem JA der Briten zum Brexit. Der Dollar zum Franken notiert derweil am Abend bei 0,9631 nach 0,9587 CHF am Morgen.

Das Vorgehen der EZB, die am Vortag ihr Kaufprogramm für Unternehmensanleihen gestartet hatte, auch Anleihen mit niedriger Kreditwürdigkeit zu kaufen, habe die Kursverluste beim Euro ausgelöst, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. Die Notenbank hat laut Medienberichten auch Papiere gekauft, die von einigen Ratingagenturen als Ramsch bewertet werden. Voraussetzung für einen Kauf ist, dass zumindest eine Agentur dem Unternehmen eine Note im als sicher geltenden Investmentbereich gibt, es also als kreditwürdig erachtet.

Der Dollarkurs habe zudem von US-Job-Daten profitiert, sagte Gitzel. In den Vereinigten Staaten waren in der vergangenen Woche die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gesunken.

Nach dem am Freitag veröffentlichten schwachen Arbeitsmarktbericht für Mai waren Zweifel aufgekommen, ob die US-Wirtschaft möglicherweise plötzliche Schwäche zeigt. Dies hatte den Dollarkurs auf Talfahrt geschickt. "Sinkende Anträge auf Arbeitslosenhilfe sprechen aber gegen die These einer abflauenden US-Wirtschaft", so der Volkswirt.

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(AWP)