Devisen: Eurokurs klettert im US-Handel mit Draghi-Rede über 1,19 Dollar

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag im US-Handelsverlauf weiter verteuert. Nachdem er bereits nach einer Rede der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen deutlich zugelegt und zeitweise mit 1,1889 Dollar den höchsten Stand seit Anfang August erreicht hatte, kletterte er mit der Rede von EZB-Chef Mario Draghi gar über die Schwelle von 1,19. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs im Frankfurter Handel am Nachmittag noch auf 1,1808 (Donnerstag: 1,1806) Dollar festgesetzt.
25.08.2017 21:14

Auch zum Schweizer Franken legt der Euro zu, und steht nun bei 1,1389 CHF. Der US-Dollar sinkt weiter auf 0,9562 CHF nach Kursen von über 0,96 in der ersten Handelshälfte in Europa.

Yellen hatte sich auf der Zentralbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole nicht zur aktuellen Geldpolitik geäussert. Sie machte lediglich Aussagen zur Regulierung der Finanzmärkte. Einige Anleger hatten offenbar auf Signale für weitere Leitzinsanhebungen spekuliert. Nachdem diese ausblieben, geriet der Dollar zu allen wichtigen Währung unter Druck. Nach Einschätzung von Paul Asworth, US-Analyst bei Capital Economics, könnte die bisher erwartete nächste Leitzinsanhebung im Dezember in Frage gestellt werden, falls der US-Kongress bei der Anhebung der Schuldenobergrenze zögere.

Derweil hielt Mario Draghi in seiner Rede fest, dass sich die wirtschaftliche Erholung derzeit weltweit festige. Ausserdem warnte er vor Protektionismus. Die Staaten sollten dem Protektionismus widerstehen, denn die Rückkehr zu Protektionismus stelle ein grosse Risiko dar.

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(AWP)