Devisen: Eurokurs legt nach schwachem US-Wirtschaftswachstum kräftig zu

FRANKFURT (awp international) - Der Kurs des Euro hat am Freitag nach überraschend schwachen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA deutlich zugelegt. Am Nachmittag erreichte die Gemeinschaftswährung zuletzt ihr Tageshoch von 1,1177 US-Dollar. Im frühen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,1073 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1113 (Donnerstag: 1,1090) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8999 (0,9017) Euro.
29.07.2016 17:04

Der Schweizer Franken hat im Vergleich zum US-Dollar noch einmal angezogen. Dieser kostet noch 0,9702 CHF, nach 0,9747 am Nachmittag. Am vergangenen Mittwoch mussten für einen Dollar noch mehr als 99 Rappen bezahlt werden. Der Euro notiert mit 1,0837 im Vergleich zu 1,0829 CHF vergleichsweise stabil.

Schwache Investitionen der Unternehmen hatten das Wirtschaftswachstum der USA im Frühjahr belastet. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich nach dem schwachen Start in das Jahr im zweiten Quartal nur wenig beschleunigt und war mit auf das Jahr hochgerechneten 1,2 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Dollarkurs geriet nach Veröffentlichung der Zahlen unter Druck und gab dem Euro im Gegenzug Auftrieb. Zusätzlich verstärkt wurde dieser Effekt durch ein etwas schwächer als erwartetes US-Konsumklima.

Bereits am Vormittag hatte der Eurokurs von einer im Juli gestiegenen Inflationsrate in der Eurozone profitiert. Die Verbraucherpreise waren im Jahresvergleich um 0,2 Prozent geklettert. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.

Die Inflationsrate wird sich nach Einschätzung von Experten des Versicherungskonzerns Allianz in den kommenden Monaten weiter von der Nulllinie entfernen und zum Jahreswechsel bei über einem Prozent liegen. "Auch wenn dies durch einen ölpreisbedingten Basiseffekt hervorgerufen wird, dürfte die Debatte um Deflationsgefahren dann vom Tisch sein und wahrscheinlich werden auch die Inflationserwartungen ansteigen", so die Ökonomen.

Für deutliche Bewegung am Devisenmarkt sorgte vor dem Wochenende vor allem der japanische Yen. Die Währung gewann kräftig an Wert, nachdem die japanische Notenbank ihre Geldpolitik weniger als erwartet gelockert hatte. Am Nachmittag mussten Anleger für einen Dollar nur noch 102,54 Yen zahlen. Vor der geldpolitischen Entscheidung waren es noch über 105 Yen gewesen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84400 (0,84220) britische Pfund, 114,83 (116,14) japanische Yen und 1,0823 (1,0892) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1342,00 (1341,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 930,00 (38 220,00) Euro.

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(AWP)