Devisen: Eurokurs legt zu - Pfund unter Druck

FRANKFURT (awp international) - Der Eurokurs hat am Dienstag nach schlechten Zahlen zur Produktivität in den USA zugelegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis zu 1,1123 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Zuletzt lag der Kurs bei 1,1109 Dollar. Insgesamt waren die Kursschwankungen zwischen Euro und Dollar im Tagesverlauf gering. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1078 (Montag: 1,1087) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9027 (0,9020) Euro.
09.08.2016 17:32

Auch zum Franken hat sich der Euro weiter verteuert und ist wieder über die Marke von 1,09 gesprungen. Am späten Nachmittag notiert die Einheitswährung bei 1,0915 CHF (Mittag 1,0899). Der USD zeigt sich zur Schweizer Währung derweil etwas leichter mit 0,9823 CHF (Mittag 0,9831).

Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums war die Produktivität in den USA, also die Produktion je Arbeitsstunde, im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 0,5 Prozent zurückgegangen. Es ist bereits der dritte Rückgang in Folge. Analysten hatten dagegen mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent gerechnet. Die schwache Produktivitätsentwicklung gilt als ein wichtiger Grund, warum die amerikanische Notenbank Fed an ihrer lockeren Geldpolitik festhält und vor weiteren Zinsanhebungen zurückschreckt.

Deutlich mehr Bewegung als beim Eurokurs gab es im Handel mit dem britischen Pfund. Mit 1,2956 US-Dollar beziehungsweise 1,1673 Euro fiel die britische Währung am Nachmittag zu Euro und Dollar auf den jeweils tiefsten Stand seit Mitte Juli. Im Anschluss erholte sich das Pfund nur leicht. Auslöser der Verluste waren Äusserungen des britischen Notenbankers Ian McCafferty gewesen. In einem Gastbeitrag in der britischen Tageszeitung "The Times" hatte er die Möglichkeit einer zusätzlichen geldpolitische Lockerung angedeutet, falls sich die Wirtschaft als Folge des Brexit-Votums abschwächt.

McCafferty gilt als geldpolitischer "Falke", er tritt im Zweifel also für eine straffe Geldpolitik ein. Am vergangenen Donnerstag hatte die Bank of England, deren geldpolitischem Ausschuss McCafferty angehört, ihre Geldpolitik erheblich gelockert und zusätzliche Schritte in Aussicht gestellt. Die Notenbank senkte ihren Leitzins, reaktivierte ihre Wertpapierkäufe und legte ein neues Programm zur Förderung der Kreditvergabe auf. Die Lockerung war deutlich über das von Analysten erwartete Ausmass hinausgegangen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85399 (0,84955) britische Pfund , 113,27 (113,59) japanische Yen und 1,0899 (1,0883) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1341,00 (1336,80) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 990,00 (37 890,00) Euro.

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(AWP)