Devisen: Eurokurs legt zum Dollar etwas zu - Zum Franken schwächer

Der Euro hat am Donnerstag zum US-Dollar an Wert gewonnen. Am Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung noch 1,1055 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen, als der Kurs bei 1,1030 Dollar lag.
19.09.2019 17:23

Zum Franken hingegen gab der Euro etwas nach. Dafür war vor allem die Frankenstärke im Anschluss an den Zinsentscheid der SNB verantwortlich. Deren Beschluss, an den gegenwärtigen Zinsen festzuhalten, wurde zwar von einer Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet, dennoch gab es auch solche, die auf eine weitere Zinssenkung und damit auch auf eine Reaktion auf die Geldschwemme der EZB gehofft hatten.

Eine Überraschung für die meisten war derweil aber die Erhöhung des Freibetrags für die Banken, was gar einer minimen Verschärfung der Geldpolitik gleichkommt.

Insgesamt ist die Reaktion am Devisenmarkt auf die SNB vor allem im Vergleich zum Euro eher moderat. Der Euro hat sich bei 1,0975 Franken zuletzt etwas stabilisiert, nachdem er sich im Vorfeld des SNB-Entscheids im Bereich von 1,10 Franken etabliert hatte. Ein US-Dollar kostet derweil 0,9929 Franken.

Der Euro konnte zum US-Dollar die Kursverluste vom Vorabend wieder vollständig wettmachen. Zur Wochenmitte war der Euro nach den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank unter Druck geraten. Das Fed hatte zwar den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte gesenkt, aber kaum Hinweise auf weitere mögliche Zinssenkungen geliefert. Das hatte dem Dollar zunächst Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet.

Einen Tag nach der Zinsentscheidung wurde am Markt zunehmend deutlich, dass sich die amerikanischen Währungshüter mit Blick auf die weitere Geldpolitik überraschend stark zurückgehalten haben. Nach Einschätzung des Devisenexperten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank habe es keinerlei Hinweis gegeben, "dass es jetzt schnell, weit und unterbrechungsfrei weiter geht mit Zinssenkungen".

Leuchtmann zog darüber hinaus einen Vergleich zur Zinsentscheidung der EZB in der vergangenen Woche: "Die Zweifler, die ein stures Mehr an expansiver Politik nicht mehr mitmachen wollen, stellen innerhalb der Zentralbanken eine wachsende Fraktion dar."

Gegen den allgemeinen Trend der Geldpolitik führender Notenbanken stellte sich hingegen die Notenbank von Norwegen, die den Leitzins am Vormittag erhöht hatte. Zugleich liessen die Währungshüter aber durchblicken, dass es zunächst genug sei mit den Zinsanhebungen. Die norwegische Krone reagierte kaum auf die Erhöhung.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88735 (0,88720) britische Pfund und 119,46 (119,54) japanische Yen und 1,0970 (1,0999) fest. Die Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1502 Dollar gehandelt. Das waren etwa acht Dollar mehr als am Vortag.

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(AWP)

 
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