Devisen: Eurokurs leicht gestiegen - Zum Franken kurzzeitig über 1,1060

Der Eurokurs ist am Dienstag leicht gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wird am Nachmittag bei 1,1416 US-Dollar gehandelt. Am Vormittag notierte sie noch knapp unter der Marke von 1,14 Dollar.
11.07.2017 17:20

Auch zum Franken stieg der Euro im Laufe des Nachmittags weiter an und erreichte im Hoch sogar 1,10615 CHF. Aktuell steht er bei 1,1056 CHF nach 1,1040 CHF zur Mittagszeit. Die Marke von 1,10 CHF hatte der Euro am Freitag zum ersten Mal seit September vergangenen Jahres zurückerobert. Bei der UBS heisst es in einem aktuellen Kommentar zum Devisenmarkt, der Franken werde derzeit stark verkauft, da viele Investoren ihre Positionen in sichere Häfen auflösen würden.

Der US-Dollar steht indes mit 0,9684 CHF nahe am Wert vom Mittag und nähert sich damit langsam der Marke von 0,97 wieder an.

Tendenziell gestützt wird der Euro durch die robuste Konjunktur in der Eurozone. So hatte die Industrieproduktion in Italien, der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone, im Mai stärker zugelegt als erwartet. Damit ist in allen vier grossen Volkswirtschaften der Eurozone die Produktion überraschend stark gestiegen. In Deutschland, Frankreich und Spanien hatte die Produktion laut Zahlen aus der vergangenen Woche deutlich stärker zugelegt als prognostiziert. An diesem Mittwoch werden die Zahlen für die gesamte Eurozone veröffentlicht.

Nach Einschätzung von Händlern warten die Anleger am Devisenmarkt auf neue Hinweise zur Geldpolitik in den USA. Am Mittwoch steht der Auftritt von US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress auf dem Kalender. Im Fokus stehen dabei nicht nur Signale für die weitere Zinspolitik, sondern auch Aussagen wann mit dem Abbau der riesigen Bilanzsumme der US-Notenbank begonnen wird.

Unter Druck geraten ist dagegen das britische Pfund. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) rechnet wegen der Unsicherheit rund um den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr. Steigende Preise bremsen die Kaufkraft und die Brexit-Verhandlungen würden die Investitionen verringern. Zudem hatte mit Ben Broadbent ein führender Vertreter der britischen Notenbank erneut vor den negativen Folgen des Brexits für die britische Wirtschaft gewarnt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88318 (0,88443) GBP und 130,36 (129,98) JPY. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'211,05 (1'211,90) USD gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34'257,00 (34'249,00) EUR.

jsl/jkr/mis

(AWP)