Devisen: Eurokurs nach Höhenflug leicht gefallen - Franken zieht an

Der Kurs des Euro hat nach dem Höhenflug der vergangenen Tage am Dienstag etwas nachgeben. Am Nachmittag wurde der Euro bei 1,1719 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte er noch kurzzeitig bei 1,1774 Dollar notiert.
28.07.2020 17:19

Fester zeigte sich dagegen der Franken, der sowohl zur Einheitswährung als auch zum Dollar zulegen konnte. Gegenüber dem Franken sank der Euro auf 1,0756 Franken, nachdem er am Vortag noch über 1,08 gehandelt worden war. Auch zum Greenback legte der Franken zu und wurde zu 0,9176 Franken gehandelt. Zeitweise war der Dollar gar bis auf 0,9155 abgesackt - der tiefste Stand seit die SNB Anfang 2015 den Euro-Mindestkurs aufgehoben hatte.

Am Montag war der Eurokurs noch zeitweise bis auf 1,1781 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit September 2018. Die Gemeinschaftswährung hatte bis zum Montag von einer breiten Dollar-Schwäche profitiert und einem gestiegen Vertrauen in den Euro nach dem jüngsten Gipfel der Europäischen Union. Am Dienstag stabilisierte sich der Dollar dann zum Euro. Ein überraschend schwaches Verbrauchervertrauen in den USA im Juli belastete die Währung nicht. Vielmehr stützte die Hoffnung auf ein neues Corona-Hilfspaket in den USA den Dollar nach der jüngsten Talfahrt. In der Nacht zum Dienstag hatten US-Republikaner ihren Vorschlag für Hilfsmassnahmen im Umfang von rund einer Billion US-Dollar (860 Milliarden Euro) vorgestellt.

Analystin Esther Reichelt von der Commerzbank erkannte allerdings noch keine grundsätzliche Kurskorrektur am Devisenmarkt. "Einen Game-Changer für den Dollar können wir nicht ausmachen", sagte die Devisen-Expertin. Zwar habe sich das Weisse Haus mit den Republikanern im US-Senat auf ein neues Konjunkturpaket geeinigt, doch die neuen Massnahmen enthielten keine wesentlichen Überraschungen. Nach Einschätzung von Reichelt erscheint es "utopisch, dass noch vor Monatsende, wenn wichtige Hilfen aus dem ersten Konjunkturpaket auslaufen, ein Kompromiss mit den Demokraten ausgehandelt werden kann".

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90968 (0,91340) britische Pfund, 123,34 (123,88) japanische Yen und 1,0758 (1,0838) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1950 Dollar gehandelt. Das waren etwa 8 Dollar mehr als am Vortag. Mit 1981 Dollar hat der Goldpreis zeitweise einen Rekordstand erreicht./jsl/la/he/pre

(AWP)