Devisen: Eurokurs nach schwachen Konjunkturdaten unter Druck

Der Eurokurs ist am Freitag nach schwachen Konjunkturdaten aus dem Währungsraum gefallen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1286 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 1,1365 Dollar notiert.
14.12.2018 16:55

Auch zum Franken hat sich der Euro mit 1,1267 gegenüber dem Stand vom Morgen (1,1291) und vom Vorabend etwas verbilligt. Das Tief kurz nach Mittag bei 1,1258 hat der Euro aber wieder überwunden. Der US-Dollar kostet mit 0,9977 minim mehr als am frühen Nachmittag, deutlicher ist dagegen der Aufschlag gegenüber dem Stand am frühen Morgen bei 0,9944 Franken.

Vor allem enttäuschende Daten zur Unternehmensstimmung haben den Euro belastet. Der vom Forschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für die Eurozone fiel im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren. In den beiden grössten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, trübten sich die Indikatoren durchweg ein.

In Frankreich fielen sie sogar unter die Grenze von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Markit führte diese Entwicklung auch auf die Proteste der "Gelbwesten" zurück. "Die Warnhinweise sind nicht zu übersehen", kommentierte Dekabank-Ökonom Christian Melzer. "Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone hat Probleme im vierten Quartal, die auch das europäische Wachstum belasten dürften."

Die grosse Unsicherheit um den Brexit hat das britische Pfund zu Euro und Dollar belastet. Die übrigen 27 EU-Staaten machten Premierministerin Theresa May auf dem Gipfel in Brüssel deutlich, dass es keine Nachverhandlungen zum bisher ausgehandelten Abkommen gibt. May stösst mit ihrem Brexit-Abkommen im Parlament in London auf heftigen Widerstand. Eine für diese Woche vorgesehene Abstimmung wurde kurzfristig verschoben, weil sich eine klare Niederlage abzeichnete. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker kündigte an, dass die Kommission am kommenden Mittwoch die Vorbereitungen für ein No-Deal-Szenario präsentieren werde.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89835 (0,89848) britische Pfund, 128,13 (129,06) japanische Yen und 1,1254 (1,1287) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1235 Dollar gehandelt. Das waren gut 6 Dollar weniger als am Vortag.

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(AWP)