Devisen: Eurokurs nahe 1,19 USD - Franken nach neuem SNB-Wording unter Druck

Der Euro hält sich am Donnerstag nahe der Marke von 1,19 US-Dollar. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1897 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Der Dollar hat jedoch seine deutlichen Vortagesgewinne grösstenteils verteidigt.
14.09.2017 13:17

Zum Schweizer Franken legte der Eurokurs am Donnerstag merklich zu. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg trotz eines neuen und abgeschwächten "Wordings" der SNB im Hoch bis auf 1,1531 CHF, nachdem er zuvor bei 1,1440 CHF gelegen hatte. Zuletzt wurde der Euro mit 1,1500 CHF gehandelt.

Die SNB hatte am Morgen an ihrer aktuellen Geldpolitik festgehalten und - als einzige Überraschung - ihre Wortwahl mit Blick auf die Wechselkurse etwas abgeschwächt. Es war nicht mehr die Rede von einem "deutlich überbewerteten" Franken. Er sei "weiterhin hoch bewertet", erklärten die Notenbanker diesmal. Die "deutliche" Überbewertung habe sich zuletzt etwas abgeschwächt, sagte Notenbankchef Thomas Jordan hierzu dem SRF vor allem mit Blick auf den steigenden Eurokurs. Er fügte aber auch gleich an: "Wir müssen jetzt auch einmal abwarten, wie nachhaltig diese Entwicklung ist." Der US-Dollar legte zum Franken auf zuletzt 0,9667 nach 0,9648 CHF am Vormittags ebenfalls zu.

Am Mittwochnachmittag war der Dollar zum Euro noch stark gestiegen. Auslöser waren Preisdaten aus den Unternehmen, die als Vorstufe zur Inflation auf Verbraucherebene gelten. Die Herstellerpreise hatten im August spürbar angezogen. An diesem Donnerstag werden die Konsumentenpreise veröffentlicht, an denen die US-Notenbank ihre Geldpolitik ausrichtet. Die nach wie vor verhaltene Inflation gilt als grösster Hemmschuh für eine rasche Straffung der amerikanischen Geldpolitik.

Die Commerzbank begründet die jüngste Dollarstärke zudem mit gestiegenen Chancen für eine baldige Steuerreform in den USA. Die Steuerreform könne aus heutiger Sicht früher kommen als sich die meisten Beobachter noch im Frühsommer vorstellen konnten, kommentierte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hatten Hoffnungen auf eine Steuerreform den Dollar zunächst beflügelt. Diese Hoffnungen sind jedoch bisher nicht erfüllt worden. Laut Leuchtmann ist aber auch jetzt noch nicht klar, ob es tatsächlich zu einem Kompromiss im Kongress kommt.

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(AWP)