Devisen: Eurokurs steigt über 1,14 US-Dollar - EUR/CHF auf Siebenwochen-Tief

FRANKFURT (awp international) - Der Eurokurs ist am Mittwoch phasenweise knapp über 1,14 US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung aber mit 1,1396 USD knapp darunter gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch 1,1360 USD gekostet und die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,1378 (Dienstag: 1,1348) USD festgesetzt.
08.06.2016 17:12

Der Franken bleibt derweil gegenüber beiden Währungen stark. EUR/CHF notiert aktuell mit 1,0935 auf dem tiefsten Stand seit sieben Wochen und bei USD/CHF ist es mit 0,9595 der tiefste Wert seit gut einem Monat. Die Frankenstärke seit Wochenbeginn könne nun dahingehend gedeutet werden, dass der Markt die Bereitschaft der SNB zu Interventionen wieder testen möchte, heisst es im Handel. Vor allem die steigenden Zustimmungsraten für den Brexit in Grossbritannien lassen einen Zufluss in den Franken erwarten.

Der schwache US-Dollar wird dagen damit begründet, dass eine baldige Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank als immer weniger wahrscheinlich gilt. Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank: "Die veränderten Erwartungen belasten weiterhin den Dollar." Die Trendumkehr an den Märkten hatte der am Freitag veröffentlichte schwache US-Arbeitsmarktbericht ausgelöst. Seitdem hat der Eurokurs um etwa zweieinhalb Cent zugelegt. Zuvor hatten noch viele Marktteilnehmer eine US-Leitzinsanhebung im Juni oder Juli erwartet. Mittlerweile tendieren die Erwartungen für eine Zinserhöhung im Sommer an den Finanzmärkten gegen Null.

"Die Fed hat in der Vergangenheit schon oft erwartete Zinserhöhungen verschoben", sagte Leuchtmann. Schliesslich ziehe die Inflation trotz der sehr lockeren Geldpolitik nicht an. Auch die zuletzt gestiegenen Ölpreise hätten nicht zu höheren Inflationserwartungen beigetragen. Schwache US-Konjunkturdaten und weitere Aussagen von Notenbankvertretern, die gegen eine Zinserhöhung sprechen, könnten den Dollarkurs künftig noch weiter unter Druck bringen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78048 (0,77880) GBP und 121,77 (122,16) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1'263,00 (1'241,00) USD gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34'840,00 (34'490,00) EUR.

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(AWP)