Devisen: Eurokurs steigt über 1,14 Dollar - Zum Franken noch unter 1,10

Der Eurokurs hat am Donnerstag von Spekulationen über ein baldiges Ende der lockeren Zinspolitik in Europa profitiert. Die europäische Gemeinschaftswährung sprang zurück über die Marke von 1,14 US-Dollar. Zuletzt wurden in New York 1,1422 Dollar dafür bezahlt. Dies war fast ein Cent mehr als zur gleichen Zeit am Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1385 (Mittwoch: 1,1329) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8784 (0,8827) Euro.
06.07.2017 21:35

Zum Schweizer Franken hat der Euro späten Nachmittag bis auf einen Höchstkurs von 1,0994 CHF zugelegt und damit die Marke von 1,10 CHF nur knapp verfehlt. Am Abend verbilligte sich die europäische Einheitswährung wieder etwas auf 1,0972 CHF. Der US-Dollar setzte derweil seinen Abwärtstrend auch zur Schweizer Währung fort und notierte noch mit 0,9608 CHF (Nachmittag 0,9632)).

"Wachsende Spekulationen auf eine geldpolitische Wende durch die Europäische Zentralbank stützten den Euro", sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin der Commerzbank. Das am Nachmittag veröffentlichte Protokoll zur jüngsten EZB-Sitzung habe entsprechende Hinweise geliefert. So sei im Führungsgremium der EZB darüber nachgedacht worden, die Möglichkeit einer Ausweitung der Anleihekäufe nicht mehr zu erwähnen. Die Aussagen haben laut Reichelt die Erwartung an den Märkten verstärkt, dass die EZB bereit ist, vorsichtig aus ihrer ultralockeren Geldpolitik auszusteigen. Eine weniger lockere Geldpolitik würde tendenziell den Euro für Anleger attraktiver machen.

"Die enttäuschend ausgefallenen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben am Devisenmarkt eine eher untergeordnete Rolle gespielt", sagte Reichelt. So ist die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im Juni nicht so stark gestiegen wie erwartet. Allerdings würden die Märkte derzeit weniger auf den insgesamt robusten Arbeitsmarkt schauen, sondern mehr auf die zuletzt schwache Inflationsentwicklung, so Reichelt.

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(AWP)