Devisen: Eurokurs wegen US-Wahl wenig verändert - EUR/CHF weiter unter 1,08

FRANKFURT (awp international) - Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag wenig bewegt. Wegen der US-Präsidentschaftswahlen befindet sich der Markt in Lauerstellung. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Mittag mit 1,1043 US-Dollar gehandelt und lag damit auf dem Niveau aus dem frühen Handel. Zum Franken verharrt der Euro am Dienstag unter der Marke von 1,08.
08.11.2016 13:14

Ein Euro kostet am Dienstagmittag 1,0785 CHF nach 1,0771 am Morgen und der US-Dollar wird mit 0,9766 CHF nach 0,9744 gehandelt. Dem Interventionsteam der Schweizerischen Nationalbank dürfte eine lange Nacht bevorstehen, schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. SNB-Direktorin Andréa Maechler habe aber gestern keine Zweifel offen gelassen, dass die SNB im Falle einer durch einen Trump-Sieg ausgelösten Flucht in sichere Währungshäfen eine Aufwertung des Schweizer Franken verhindern würde.

Ob Hillary Clinton oder Donald Trump ins Weisse Haus in Washington einziehen wird, dürfte in der Nacht auf Mittwoch feststehen. Noch am Montag hatte der Euro aufgrund einer Dollar-Stärke deutlich an Wert verloren. Auslöser waren Äusserungen des Chefs der US-Bundespolizei FBI, James Comey, wonach es im Zuge des E-Mail-Skandals keine Hinweise auf eine Straftat Clintons gebe. Die Einleitung der neuerlichen Untersuchungen hatte den Umfragewerten Clintons zuvor spürbar zugesetzt.

"Clinton ist der Favorit des Devisenmarktes", schreibt Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Bei ihr glauben Investoren zu wissen, woran sie sind. Ihre Wahl wird weder Verwerfungen an den Finanzmärkten auslösen, noch die US-Wirtschaft aus der Bahn werfen." Der Markt verabscheue hingegen Unsicherheit, die von einem Wahlsieg Trumps ausgehen würde. Der Dollar würde daher abwerten. Eher schwache Daten zur Industrieproduktion und dem Aussenhandel in Deutschland spielten in diesem Umfeld keine Rolle.

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(AWP)