Devisen: Eurokurs weiter stark nach enttäuschendem US-Wirtschaftswachstum

NEW YORK (awp international) - Der Kurs des Euro hat sich am Freitag nach schwachen US-Daten weiter stark präsentiert. Die Gemeinschaftswährung notierte im US-Handel zuletzt bei 1,1167 US-Dollar. Wenige Stunden zuvor hatte der Eurokurs sein Tageshoch bei 1,1197 Dollar erreicht. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1113 (Donnerstag: 1,1090) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8999 (0,9017) Euro.
29.07.2016 21:13

Der Schweizer Franken steigt zum US-Dollar auch am Abend weiter. Momentan wird der US-Dollar noch zu 0,9680 CHF gehandelt, nach 0,9702 am späten Nachmittag. Am Mittwoch musste für einen Dollar noch über 0,99 CHF bezahlt werden. Zum Euro zeigt sich der Franken relativ stabil. Ein Euro wird aktuell zu 1,0825 gehandelt, nach 1,0837 am späten und 1,0829 am frühen Nachmittag.

Schwache Investitionen der Unternehmen hatten das Wirtschaftswachstum der USA im Frühjahr belastet. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes hatte sich nach dem schwachen Start in das Jahr im zweiten Quartal nur wenig beschleunigt und war mit auf das Jahr hochgerechneten 1,2 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Dollarkurs geriet nach Veröffentlichung der Zahlen unter Druck und gab dem Euro im Gegenzug Auftrieb. Zusätzlich verstärkt wurde dieser Effekt durch ein etwas schwächer als erwartetes US-Konsumklima.

Bereits am Vormittag hatte der Eurokurs von einer im Juli gestiegenen Inflationsrate in der Eurozone profitiert. Die Verbraucherpreise waren im Jahresvergleich um 0,2 Prozent geklettert. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.

Die Inflationsrate wird sich nach Einschätzung von Experten des Versicherungskonzerns Allianz in den kommenden Monaten weiter von der Nulllinie entfernen und zum Jahreswechsel bei über einem Prozent liegen. "Auch wenn dies durch einen ölpreisbedingten Basiseffekt hervorgerufen wird, dürfte die Debatte um Deflationsgefahren dann vom Tisch sein und wahrscheinlich werden auch die Inflationserwartungen ansteigen", so die Ökonomen.

Für deutliche Bewegung am Devisenmarkt sorgte vor dem Wochenende insbesondere der japanische Yen . Die Währung gewann kräftig an Wert, nachdem die Notenbank des Landes ihre Geldpolitik weniger als erwartet gelockert hatte. Zuletzt mussten Anleger für einen Dollar nur noch 102,09 Yen zahlen. Vor der geldpolitischen Entscheidung waren es noch über 105 Yen gewesen.

            Freitag   Freitag   Freitag   Freitag  Donnerstag 
            (21.05)   (16.55)   (13.12)   (08.23)   (21.10)
    
EUR/USD     1,1183    1,1169    1,1112    1,1085    1,1073  
USD/CHF     0,9680    0,9702    0,9745    0,9796    0,9809
EUR/CHF     1,0825    1,0837    1,0829    1,0861    1,0863
GBP/CHF     1,2822    1,2859    1,2838    1,2920    1,2892 
USD/JPY     102,03    102,60    103,28    103,67    105,42 

la/he/cf

(AWP)