Devisen: Eurokurs zum Dollar leichter - Franken schwächer zu Euro und Dollar

Der Kurs des Euro ist am Freitag etwas gefallen. Am späten Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1650 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte der Euro noch etwas höher notiert. Noch deutlichere zwischenzeitliche Verluste machte er wieder wett. Der Dollar wertete sich gegenüber den meisten wichtigen Währungen auf - so auch gegenüber dem Franken.
13.07.2018 16:59

Der Franken schwächte sich nicht nur zu der US-Währung, sondern auch zum Euro ab. So kostet ein Dollar derzeit 1,0061 Franken und bewegt sich damit nahe dem Tageshoch von 1,0069 Franken. Zuletzt hat das Währungspaar solche Höhen im Mai 2017 gesehen. Die europäische Gemeinschaftswährung wird derweil zu 1,1706 Franken gehandelt. Am Morgen bewegte sich der Kurs noch knapp unter der 1,17-Grenze.

Grund für die Entwicklungen war eine Dollar-Stärke. Nach der jüngsten Zuspitzung gab es im Handelsstreit zwischen den USA und China wieder versöhnlichere Töne. Vertreter beider Staaten haben zuletzt jeweils Gesprächsbereitschaft signalisiert. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte am Donnerstagabend, dass er und weitere Vertreter der US-Administration für Verhandlungen bereitstehen würden. Ähnliche Äusserungen gab es auch aus dem Handelsministerium in Peking.

Nachdem der Euro zeitweise auf ein Tagestief von 1,1613 Dollar gefallen war, erholte er sich am Nachmittag ein wenig von seinen Verlusten. Eher enttäuschend ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA stützten den Euro ein wenig. So waren die Einfuhrpreise im Juni hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zudem hatte sich das von der Universität von Michigan erhobene Konsumklima stärker als erwartet eingetrübt.

"In unseren Augen bleibt die Stimmungslage am Devisenmarkt fragil", kommentierte Expertin Esther Reichelt von der Commerzbank. "Denn noch fehlen harte Fakten, die eine Entspannung an der Handelsfront rechtfertigen." Solange diese jedoch ausbleiben würden, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich der Handelskonflikt in den Wirtschaftsdaten niederschlage.

Zeitweise deutlich unter Druck geriet das britische Pfund. In einem Interview anlässlich seines ersten Besuchs als US-Präsident in Grossbritannien hatte Donald Trump die angeschlagene Premierministerin Theresa May und deren Brexit-Strategie attackiert. Er stellte angesichts des von May vorgeschlagenen weichen Brexits ein mögliches Handelsabkommen in Frage. Das Pfund fiel zeitweise unter die Marke von 1,13 Euro. Nachdem Trump bei einer Pressekonferenz mit May wieder mehr Entgegenkommen zeigte, erholte sich das Pfund und wurde mit 1,1311 Euro gehandelt.

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(AWP)