Devisen: EUR/USD springt auf Hoch seit Mai 2016 - Gute Konjunkturdaten helfen

Der Eurokurs ist am Dienstag im US-Handel angesprungen und auf den höchsten Stand seit Mai 2016 geklettert. Die europäische Gemeinschaftswährung zog bis auf 1,1480 US-Dollar an und wurde zuletzt bei 1,1464 Dollar gehandelt.
11.07.2017 22:00

Auch zum Franken stieg der Euro im Laufe des Tages weiter an und erreichte im Hoch am späten Nachmittag sogar 1,10615 CHF. Aktuell steht er bei 1,1050 CHF nach 1,1040 CHF zur Mittagszeit und 1,1014 CHF am Morgen. Die Marke von 1,10 CHF hatte der Euro am Freitag zum ersten Mal seit September vergangenen Jahres zurückerobert. Bei der UBS hiess es in einem aktuellen Kommentar zum Devisenmarkt, der Franken werde derzeit stark verkauft, da viele Investoren ihre Positionen in sichere Häfen auflösen würden.

Der US-Dollar gab zum Franken indes im Laufe des Nachmittags ab und steht aktuell bei 0,9639 CHF nach 0,9688 CHF zur Mittagszeit und 0,9670 am Morgen. Damit hatte sich das Währungspaar bis zum Mittag zunächst noch langsam der Marke von 0,97 wieder angenähert.

Zum US-Dollar nahm der Euro deutlich Fahrt auf, nachdem er das alte Zwischenhoch von Ende Juni diesen Jahres bei 1,1445 USD überwunden hatte. Bereits zuvor hatten Sorgen um eine Verschärfung der Russland-Affäre rund um den US-Präsidenten Donald Trump die Gemeinschaftswährung gestützt. Ein von Trumps ältestem Sohn veröffentlichter digitaler Schriftwechsel soll zu einem Treffen mit einer russischen Anwältin geführt haben. Daraus geht hervor, dass ihm belastende Informationen über Hillary Clinton in Aussicht gestellt wurden, die von der russischen Regierung stammen sollen. Donald Trump Jr. schrieb auf Twitter, er veröffentliche den Schriftverkehr, um Transparenz zu schaffen.

Zugute kam dem Euro ferner die robuste Konjunktur in der Eurozone. So hatte die Industrieproduktion in Italien, der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone, im Mai stärker zugelegt als erwartet. Damit ist in allen vier grossen Volkswirtschaften der Eurozone die Produktion überraschend stark gestiegen. In Deutschland, Frankreich und Spanien hatte die Produktion laut Zahlen aus der vergangenen Woche deutlich stärker zugelegt als prognostiziert. An diesem Mittwoch werden die Zahlen für die gesamte Eurozone veröffentlicht.

Unter Druck geraten ist dagegen das britische Pfund. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) rechnet wegen der Unsicherheit rund um den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr. Steigende Preise bremsen die Kaufkraft und die Brexit-Verhandlungen würden die Investitionen verringern. Zudem hatte mit Ben Broadbent ein führender Vertreter der britischen Notenbank erneut vor den negativen Folgen des Brexits für die britische Wirtschaft gewarnt.

/la/mis

(AWP)