Devisen: Frankreich-Umfragen stützen Euro

Der Euro hat am Donnerstag zum US-Dollar wie auch zum Schweizer Franken merklich zugelegt. Am Mittag notiert die europäische Gemeinschaftswährung zum Dollar auf 1,0928 nach 1,0897 USD am Morgen und zum Franken auf 1,0844 nach 1,0832. Der Dollar zum Franken geht derweil für 0,9923 nach 0,9940 CHF um.
04.05.2017 13:50

Die auch nach dem TV-Duell positiven Umfragen für den sozial-liberalen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron stützten den Euro. Laut einer Umfrage sehen 63% der Befragten ihn als Sieger der Diskussion mit Marine Le Pen. Weiterhin dürfte Macron bei der Wahl am Sonntag rund 20 Prozentpunkte vor seiner Konkurrentin liegen. Le Pen will den Austritt Frankreichs aus dem Euroraum.

Zudem hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone im April stärker aufgehellt, als noch in einer Erstschätzung ermittelt. Positiv überrascht hat vor allem Italien, während Frankreich enttäuschte. In Spanien ist die Zahl der Arbeitslosen im April überraschend stark gesunken. Der Rückgang um 129'300 zum Vormonat sei der stärkste seit Erhebung der Zahlen.

Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend die Zinsen unverändert belassen. In einer Stellungnahme im Anschluss an die geldpolitischen Beschlüsse lieferten die Währungshüter nach Einschätzung von Experten keine Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung. Angesichts der positiven Bewertung der wirtschaftlichen Lage sehen Experten jedoch eine gute Chance für eine Leitzinserhöhung im Juni. Das hat dem Dollar aber nur für kurze Zeit etwas Auftrieb gegeben.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ging am Morgen für den Euro zum Franken von einer Seitwärtsbewegung aus. Mittelfristig sehen die ZKB-Experten den Franken aber weiterhin unter Aufwärtsdruck, wenn auch die Schweizer Nationalbank stabilisierend einwirke. Auch für den Dollar zum Franken erwartet die ZKB eine Seitwärtsbewegung. Nach wie vor stützten mögliche fiskalische US-Massnahmen den Dollar.

jsl/bgf/fbr/jl/cp

(AWP)