Devisen: Geschäftsklima hilft Euro - Türkische Lira leidet unter 'Ramsch'-Rating

FRANKFURT (awp international) - Die bessere Stimmung in deutschen Unternehmen hat den Eurokurs zu Beginn der neuen Woche gestärkt. Die Gemeinschaftswährung stieg am Montagnachmittag bis auf 1,1270 USD, nachdem sich das Ifo-Geschäftsklima im September deutlich aufgehellt hatte.
26.09.2016 17:14

Zum Franken tendierte der Euro ebenfalls etwas fester und kostet am Nachmittag 1,0895 CHF verglichen mit 1,0889 am Mittag. Der US-Dollar wird zeitgleich zu 0,9672 CHF nach zuvor 0,9684 CHF gehandelt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der Schweizer Wirtschaft am Montag ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die helvetische Wirtschaft befinde sich auf einem guten Weg, hiess es. Die IWF-Experten empfehlen der Schweiz, ihren geld- und haushaltspolitischen Kurs weiterzuführen.

Sowohl die Geschäftserwartungen, als auch die Bewertung der aktuellen Lage hatten sich in den Firmen deutlich aufgehellt. "Die deutsche Wirtschaft erwartet einen goldenen Herbst", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest das unerwartet gute Umfrageergebnis. Die Anhörung von EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Europäischen Parlament brachte zunächst keine neuen Impulse für den Devisenmarkt.

Deutlich abwärts ging es dagegen für die türkische Lira, nachdem die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit in den "Ramsch"-Bereich abgestuft hatte. Am Montag wurde ein US-Dollar zeitweise zu annähernd 3 Lira gehandelt. Vor der Abstufung mussten für einen Dollar nur 2,9407 Lira gezahlt werden.

Am späten Freitagabend hatte Moody's die Bonitätsnote der Türkei um eine Stufe auf "Ba1" abgestuft und das Rating damit in den sogenannten "Ramschbereich" gesenkt, mit dem riskante Anlagen gekennzeichnet werden. Als Begründung hatte Moody's unter anderem das langsamere Wirtschaftswachstum und das weiterhin schlechte Investitionsklima genannt. Terroranschläge, das russische Embargo und die Nachwirkungen des gescheiterten Militärputsches hatten zuletzt vor allem den wichtigen Tourismus belastet.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte am Devisenmarkt der Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA stärker in den Fokus rücken. In der kommenden Nacht steht das erste Fernsehduell der beiden Kandidaten auf dem Programm: Jüngste Umfragen deuten auf ein offenes Rennen zwischen Hillary Clinton und Donald Trump hin. Nach Einschätzung des Analysten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank stellt ein möglicher Wahlsieg Trumps "eher ein mittel- bis langfristiges Risiko für die US-Währung dar".

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1262 (Freitag: 1,1214) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8879 (0,8917) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87090 (0,86435) britische Pfund, 113,11 (113,02) japanische Yen und 1,0905 (1,0887) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1340,50 (1338,65) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 37 570,00 (37 660,00) Euro.

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(AWP)