Devisen: Italien-Turbulenzen drücken Euro

Der Euro ist am Montag belastet durch neue Marktturbulenzen in Italien gegenüber dem US-Dollar und Schweizer Franken unter Druck geraten. Im Mittagshandel wird die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1470 Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte er noch 1,1535 Dollar gekostet.
08.10.2018 13:25

Ähnlich sieht das Bild zwischen Euro und Franken aus. Notierte das Paar am Morgen noch bei 1,1439 im Hoch, ist es mittlerweile bei einem Stand von 1,1390 wieder deutlich zurückgekommen. Der US-Dollar hat derweil etwas Boden gut gemacht und kostet aktuell 0,9931 Franken.

Herbe Kritik des italienischen Innenministers Matteo Salvini an der EU-Kommission brachte den Euro unter Druck. Der Parteichef der rechtsradikalen Regierungspartei Lega bezeichnete EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Haushaltskommissar Pierre Moscovici als "wahre Feinde" Europas. Er verschärfte so noch einmal den Haushaltskonflikt mit der EU. Salvini traf sich in Rom mit der Chefin des französischen Front National Marine Le Pen. Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen legten daraufhin noch einmal deutlich zu.

Belastet wurde der Euro auch von enttäuschenden Zahlen aus der deutschen Industrie. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe war im August überraschend den dritten Monat in Folge gefallen. "Die heutigen Zahlen und der Abwärtstrend bei den Auftragseingängen sprechen dafür, dass die Schwäche der deutschen Wirtschaft wohl bis zum Jahresende anhalten wird", kommentierte Analyst Marco Wagner von der Commerzbank.

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(AWP)