Devisen: Leichte Erholung bei Euro und Pfund - auch zum Franken

NEW YORK (awp international) - Nach den erratischen Ausschlägen seit dem Brexit-Votum haben sich die Devisenmärkte am Dienstag etwas beruhigt. Der Euro und das britische Pfund legten im europäischen Handel wieder etwas zu und hielten den Vorsprung weitgehend im US-Geschäft. Im Gegenzug gab der US-Dollar auf breiter Front leicht nach. Experten geben aber keine Entwarnung. Weitere Kursrückschläge bei Euro und Pfund seien möglich. Der Euro kostete zuletzt 1,1066 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Das britische Pfund stieg auf 1,3351 Dollar.
28.06.2016 21:42

Zum Franken stieg der Euro im Tagesverlauf klar über die Marke von 1,08 und kostet am Abend 1,0860 nach 1,0834 CHF am Nachmittag. Auch das britische Pfund zeigte sich etwas erholt und wird bei 1,3095 nach zuvor 1,3066 CHF gehandelt. Der US-Dollar geht derweil wenig fester zu 0,9814 CHF um.

Marktteilnehmer verwiesen mit Blick auf die gebesserte Stimmung vor allem auf die internationalen Aktienmärkte, die insbesondere in Europa zulegen konnten. An diesem Dienstag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel, um die Angelegenheit zu beraten. "Das Schlagzeilenrisiko bleibt hoch, und die Finanzmärkte sind von Unsicherheit geprägt - ein Zustand, der sich noch über Tage und Wochen hinziehen kann", sagte Helaba-Devisenexperte Ralf Umlauf.

Beim britischen Pfund sehen einige Experten die Talsohle noch nicht erreicht. Laut Jean-Michel Six, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor's gibt es noch Spielraum nach unten. Nach dem Brexit-Votum habe das Pfund gegenüber dem Dollar um 11 Prozent abgewertet. Bei S&P sei man zuvor von 17 Prozent ausgegangen. Schwere Schocks für das britische Pfund seit 1975 hätten im Durchschnitt zu einer Abwertung um 14 Prozent geführt.

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(AWP)