Devisen: Merkel-Aussagen halten Euro deutlich über 1,12 US-Dollar

Der Eurokurs hat sich am Montag im New Yorker Handel auf hohem Niveau gehalten. Experten machten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die jüngste Stärke der Gemeinschaftswährung verantwortlich. Zuletzt wurde der Euro bei 1,1241 US-Dollar gehandelt, nachdem er in der Spitze bis auf 1,1264 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit November gestiegen war.
22.05.2017 21:01

Der Schweizer Franken bewegte sich im späten Handel wenig. Am späten Abend wurde USD/CHF zu 0,9733 gehandelt nach 0,9734 am frühen Abend. EUR/CHF wurde derweil zu 1,0936 nach 1,0943 gehandelt.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hatte Merkel vor Schülern in Berlin gesagt: "Der Euro ist zu schwach - und das liegt an der EZB-Politik - und somit sind deutsche Produkte vergleichsweise billig." Daher würden mehr deutsche Produkte gekauft.

Laut Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank waren die Aussagen der Auslöser für die Kursgewinne. "Es ist sehr ungewöhnlich, dass sich die Bundeskanzlerin zum Wechselkurs äussert und widerspricht auch den Abmachungen der internationalen Politik." Deutschland wurde zuletzt von den USA aber auch von anderen Staaten immer wieder für die hohen Überschüsse im Aussenhandel kritisiert.

Zudem dominiere am Markt derzeit eine grundsätzliche Euro-Stärke, sagte Leuchtmann. Politische Unsicherheiten seien nach der Frankreich-Wahl gesunken. An den Märkten rechne man schon für Mitte 2018 mit einer Leitzinsanhebung durch die EZB. Diese Erwartungen sind laut Leuchtmann jedoch übertrieben und der Kurs könnte schon etwas zu hoch gelaufen sein.

Etwas unter Druck geriet das britische Pfund. Der für den Brexit zuständige Minister David Davis hatte am Wochenende mit dem Abbruch der Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) über den Austritt seines Landes aus der EU gedroht, falls diese an ihrer Forderung von 100 Milliarden Euro festhalten sollte. "Dies zeigt, wie schwierig die Verhandlungen werden", sagte Leuchtmann. Noch gingen die Märkte von einer Einigung aus. Die Unsicherheit sollte jedoch im Verlauf der nächsten zwei Jahre steigen. Das Pfund dürfte laut Leuchtmann daher tendenziell unter Druck geraten.

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(AWP)