Devisen: Neuer Wirbel um Italien drückt Euro auf Sechs-Wochen-Tief

Der Euro ist am Dienstag wegen eurokritischer Stimmen aus Italien unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung erreichte im Tief fast die Marke von 1,15 US-Dollar, was den niedrigsten Stand seit gut sechs Wochen bedeutete. Später zeigte sie sich etwas davon erholt, sodass zuletzt 1,1548 Dollar für einen Euro bezahlt wurden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1543 (Montag: 1,1606) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8663 (0,8616) Euro gekostet.
02.10.2018 21:12

Auch zum Franken hat sich der Euro am Dienstag abgeschwächt, am späten Vormittag sank der EUR/CHF-Kurs bis auf 1,1313 ab. Am Abend zeigt sich die Gemeinschaftswährung mit 1,1371 Fr. etwas erholt, bleibt aber weiterhin klar unter der am Vorabend preisgegebenen Grenze von 1,14 Franken. Der US-Dollar zeigt sich zur Schweizer Währung weiterhin recht stabil, im New Yorker Handel notiert er mit 0,9849 Franken leicht über dem Wert vom Vorabend (0,9838).

Grund für die Kursverluste des Euro waren Bemerkungen von Claudio Borghi, Wirtschaftsexperte der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega. Borghi hatte im italienischen Radio gesagt, dass Italien mit einer eigenen Währung in der Lage wäre, die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Der Euro sei hingegen "nicht ausreichend", um die fiskalischen Probleme Italiens zu bewältigen.

Borghi gilt als eurokritisch und hat derzeit den Vorsitz im Haushaltsausschuss in der Abgeordnetenkammer inne. Zwar versuchte der Finanzpolitiker nach den Aussagen umgehend, Ängsten vor einem Austritt des Landes aus dem Euro entgegenzutreten. Allerdings konnten die Versicherungen des Politikers und ähnlich lautende Beteuerungen des Regierungschefs Giuseppe Conte sowie des stellvertretenden Ministerpräsidenten Luigi Di Maio die Stimmung beim Euro nur zögerlich entspannen.

/tih/he

(AWP)

 
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