Devisen: Pfund bricht nach 'Ja' zum Brexit ein - Franken im Aufwind

NEW YORK (awp international) - Die Unsicherheit nach der Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hat die Kurse des britischen Pfund und des Euro am Freitag stark belastet. Da sich viele Marktteilnehmer zuletzt auf einen Verbleib Grossbritanniens in der EU eingerichtet hatten, waren die Ausschläge sehr gross.
24.06.2016 21:08

Das Pfund rutschte zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985 ab. Nach einem Fall bis auf 1,3229 US-Dollar berappelte sich der Kurs aber zumindest etwas bis auf 1,3679 Dollar. In der Nacht zum Freitag hatte die britische Währung allerdings zeitweise noch 1,50 Dollar gekostet. Auch zum Franken gab das Pfund stark nach und steht späten Abend bei 1,3289 CHF, nachdem es am Vorabend noch 1,4176 CHF gekostet hatte.

Auch der Euro machte einen Teil seiner Verluste wett, nachdem er zunächst fast bis auf 1,09 Dollar abgesackt war. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1117 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1066 (Donnerstag: 1,1389) Dollar festgesetzt.

Neben dem geschwundenen Vertrauen in die EU schwächten auch Erwartungen weiterer geldpolitischer Lockerungen in Reaktion auf den Brexit den Euro. JPMorgan-Experte David Mackie geht davon aus, dass die EZB den Leitzins weiter senken und das Anleihekaufprogramm noch stärker ausweiten wird. Die EZB signalisierte am Freitag ihre Handlungsbereitschaft. Man sei bereit, "falls nötig, den Märkten zusätzliche Liquidität in Euro und anderen Währungen bereitzustellen."

Die als sichere Häfen geltenden Währungen Yen und Franken waren unterdessen im Aufwind. Im Gegenzug fiel der Eurokurs von über 1,10 Franken auf zwischenzeitlich bis zu 1,06237 Franken. Allerdings ist ein zu starker Franken den Schweizern schon lange ein Dorn im Auge. Die Schweizerische Notenbank griff ein, um den Kurs des Schweizer Franken zu stabilisieren. Am Abend lag der Eurokurs bei 1,0822 Franken.

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(AWP)