Devisen: Pfund stabilisiert sich - Zum Franken wieder leicht tiefer

Das britische Pfund ist im Zuge der Parlamentswahlen in Grossbritannien zu allen wichtigen Währungen stark unter Druck geraten. Das überraschend schwache Wahlergebnis der regierenden konservativen Partei löste in der Nacht zum Freitag eine Talfahrt aus.
09.06.2017 16:59

Zum Euro fiel das Pfund bis auf 1,1287 Euro und erreichte so den tiefsten Stand seit November 2016. Im Tagesverlauf erholte sich das Pfund jedoch wieder etwas und wurde am Nachmittag mit 1,1385 Euro notiert. Vor den ersten Nachwahlumfragen hatte das Pfund noch deutlich über 1,15 Euro notiert. Zum Dollar fiel das Pfund mit 1,2636 Dollar auf den tiefsten Stand seit April. Auch hier setzte eine Erholung ein. Gegenüber dem Schweizer Franken schwächte sich das Pfund, nach einer Erholung am Morgen, nach dem Mittag wieder etwas ab. Am späten Nachmittag kostet ein Pfund 1,2361 CHF.

Der Euro hielt sich nach dem Mittag zum Franken stabil. Die Gemeinschaftswährung kostet am späten Freitagnachmittag 1,0857 CHF. Der US-Dollar schwächte sich zum Franken etwas ab. Er geht am Nachmittag bei 0,9707 CHF um.

Trotz der herben Wahlschlappe will die britische Premierministerin Theresa May Regierungschefin bleiben. Angestrebt wird nun eine Minderheitsregierung der konservativen Tories mit Unterstützung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP). Bei der Wahl verloren Mays Konservative die absolute Mehrheit im Parlament, blieben aber stärkste Partei. Das Pfund war in der Nacht zum Donnerstag regelrecht eingebrochen.

Die bald beginnenden Brexit-Verhandlungen dürften jetzt noch schwieriger werden. "Dass Sterling nicht noch viel deutlicher unter Druck ist, liegt daran, dass die Briten gestern den harten Brexit abgewählt haben", sagte Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. "Diejenigen, die den harten Brexit-Kurs für falsch halten, werden nun definitiv Oberwasser bekommen."

Der Euro knüpfte im Handel zum US-Dollar an seine Vortagesverluste an. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,1180 Dollar gehandelt. In der Nacht hatte der Euro noch über 1,12 Dollar notiert. Die ersten vorsichtigen verbalen Signale der EZB am Donnerstag für eine straffere Geldpolitik waren erwartet worden. "Zinserhöhungen wird es aber schon deshalb erst einmal nicht geben, weil EZB-Präsident Mario Draghi nochmals ausdrücklich klargestellt hat, dass zunächst die Anleihekäufe vollständig beendet sein müssen", sagte Karpowitz.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für einen Euro auf 1,1176 (Donnerstag: 1,1229) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8948 (0,8906) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87638 (0,86755) GBP und 123,44 (123,77) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1266,55 (1273,10) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete Euro 36 490,00 (36 847,00) Euro.

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(AWP)