Devisen: Rückschlag für Trump belastet US-Dollar

Die zunächst gescheiterte Gesundheitsreform von US-Präsident Donald Trump hat den US-Dollar am Dienstag unter Druck gebracht und im Gegenzug den Eurokurs beflügelt. Am Nachmittag stieg er bis auf 1,1583 Dollar, den höchsten Stand seit Mai 2016. Aktuell notiert das Währungspaar mit 1,1575 leicht darunter.
18.07.2017 17:03

Auch zum Franken gibt der US-Dollar weiter nach und steht bei 0,9530 CHF, so tief wie zuletzt im Frühjahr 2016. Dagegen präsentiert sich das EUR/CHF-Währungspaar vergleichsweise stabil bei 1,1030.

Das vorläufige Scheitern der geplanten Gesundheitsreform bringt den Dollar auf breiter Front unter Druck. In der Nacht zum Dienstag hatten zwei weitere republikanische Parlamentarier ihren Widerstand zur überarbeiteten Gesundheitsreform des Präsidenten angekündigt. Eine Mehrheit für den Gesetzentwurf ist im US-Senat somit derzeit nicht absehbar. Eines der wichtigsten Wahlkampfversprechen von Präsident Donald Trump steht damit mehr denn je auf der Kippe.

"Offensichtlich haben immer noch einige Marktteilnehmer darauf gehofft, dass die Gesundheitsreform eventuell doch noch vor der Sommerpause durch den Senat geht und damit die grosse Wende im US-Reform-Stau einläutet", sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin bei der Commerzbank. "Diese Hoffnungen liegen erst einmal auf Eis." Allerdings werde ein grösserer Konjunkturschub durch die Politik von Trump schon länger nicht mehr erwartet. Einen anhaltenden Euro-Höhenflug erwartet Reichelt daher nicht. Schliesslich habe die EZB unter Präsident Mario Draghi kein Interesse an einem deutlich höheren Eurokurs.

Das britische Pfund geriet gegenüber allen wichtigen Währungen unter Druck. Die im Juni geringere Inflationsrate in Grossbritannien belastete. Die Verbraucherpreise waren um 2,6 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Volkswirte hatten mit einer unveränderten Rate von 2,9 Prozent gerechnet. Der Druck auf die britische Notenbank, ihren Leitzins anzuheben, wurde so gedämpft. Das nach dem Brexit-Referendum deutlich gesunkene Pfund hatte zu einer höheren Inflation geführt, da der niedrigere Wechselkurs importierte Waren verteuerte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88780 (0,87770) britische Pfund, 129,46 (128,86) japanische Yen und 1,1025 (1,1012) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1240,75 (1234,10) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34 550,00 (34 717,00) Euro.

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(AWP)