Devisen: Schweizer Franken so stark wie zuletzt nach Brexit-Votum Ende Juni

NEW YORK (awp international/reu) - Spekulationen auf einen Wahlsieg von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump haben am Dienstag dem Schweizer Franken Schub gegeben. Er kletterte zum Euro auf den höchsten Stand seit Ende Juni, als das überraschende Brexit-Votum für Turbulenzen gesorgt hatte. Der Schweizer Franken gilt als sicherer Hafen und ist daher bei Investoren in unsicheren Zeiten stets gefragt.
01.11.2016 20:32

Ein Euro wurde zuletzt zu 1,0778 CHF gehandelt nach 1,0810 CHF am späten Nachmittag und 1,0848 CHF in den Morgenstunden. Auch zum US-Dollar wertete sich der Franken deutlich auf. Der "greenback" wird zurzeit zu 0,9746 CHF nach 0,9790 CHF am Nachmittag und 0,9886 CHF am Morgen gehandelt. Auch die "Antikrisen-Währung" Gold gewann an Wert.

Trump, der wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck gilt, hatte in den jüngsten Wahlumfragen deutlich Boden auf seine Kontrahentin Hillary Clinton gut gemacht. Sie war nach der wieder hochgekochten Affäre um die Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails unter Druck geraten.

"Der Franken bleibt deutlich überbewertet", sagte der Präsident der Schweizerischen Notenbank SNB, Thomas Jordan, am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Vevey. Die Währungshüter wollen den Franken schwächen und damit indirekt die Wirtschaft stützen. Denn ein starker Franken macht Schweizer Waren in Europa teuer und bremst damit die Exporte.

Der Euro legte derweil zum US-Dollar auf 1,1059 USD zu von 1,1042 USD am Nachmittag und 1,0975 USD am Morgen. "Steigende Wahlchancen für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump haben den US-Dollar zu allen Währungen unter Druck gebracht", sagte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank.

Was Trump nach einer Wahl zum Präsidenten machen werde, scheine kaum vorhersehbar. Die an den Märkten bereits weitgehend eingepreiste Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember könnte dann ausfallen. Befürchtet wird auch, dass nach einem Wahlsieg Trumps die Unabhängigkeit der US-Notenbank grundsätzlich in Frage gestellt werden könnte.

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(AWP)