Devisen: Starke US-Daten belasten Euro - EUR/CHF vergleichsweise stabil

FRANKFURT (awp international) - Der Eurokurs ist am Mittwochnachmittag nach starken US-Konjunkturdaten unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,1067 US-Dollar gehandelt. Zuvor war der Euro noch kurzzeitig bis auf 1,1088 Dollar gestiegen.
06.07.2016 17:19

Zum Franken kann sich der Euro von seinem Tief bei 1,0794 im asiatischen Handel zuletzt auf 1,0827 CHF erholen. Dass sich das Währungspaar zuletzt vergleichsweise stabil bewegt habe, begründen die Experten der UBS in einer aktuellen Studie mit den Interventionen der SNB, die eine stärkere Aufwertung des Franken damit unterbinde. Ein US-Dollar kostet am späten Nachmittag 0,9783 CHF und damit in etwa so viel wie am Morgen.

Überraschend starke Daten aus dem Dienstleistungssektor der USA für den Monat Juni beflügelten den Dollar. "Die Stimmung hat sich wie schon im Verarbeitenden Gewerbe verbessert", kommentierte Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Dies ist positiv zu werten, zumal der deutliche Vormonatsrückgang mehr als wettgemacht werden konnte." Mit einer Wiederbelebung der Zinserhöhungsfantasie mit Blick auf die US-Notenbank sei angesichts konjunktureller Risiken und politischer Unwägbarkeiten jedoch nicht zu rechnen.

Dominierend bleibt das Votum der Briten für einen Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union. Die hohe Verunsicherung sorgte im Vormittagshandel für Kursverluste beim Euro, von denen er sich zeitweise etwas erholten konnte. Härter erwischte es das britische Pfund. Der Kurs sank zeitweise bis auf 1,2798 Dollar und erreichte den niedrigsten Stand seit 1985. Zwischenzeitlich machte die britische Währung ihre Tagesverluste wieder fast wett, um dann nach den starken US-Daten wieder unter Druck zu geraten.

Zum Franken konnte sich das Pfund im Tagesverlauf gegenüber dem Franken etwas erholen, notiert mit seinen 1,2610 CHF aber nach wie vor so tief wie zuletzt 2011.

Für Verunsicherung sorgt insbesondere die unklare politische Lage in Grossbritannien. Die konservativen Tories suchen weiterhin nach einer Nachfolge für Premierminister David Cameron. "Die anhaltende Unsicherheit bleibt somit ein wesentlicher Belastungsfaktor für die britische Konjunktur und folglich für das Pfund", so Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin bei der Commerzbank. Zudem gaben gleich drei grosse britische Immobilienfonds diese Woche bekannt, dass sie ihren Kunden die angelegten Gelder vorerst nicht zurückzahlen können. Experten warnen vor Ansteckungseffekten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85300 (0,84997) GBP, 111,48 (113,50) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1366,25 (1350,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39 170,00 (38 160,00 ) Euro./jsl/jkr/men

(AWP)