Devisen: US-Dollar nach Jobbericht nur vorübergehend auf Tauchgang

Der US-Dollar hat zu Wochenschluss nur vorübergehend negativ auf den neusten Arbeitsmarktsbericht reagiert. Nach der Veröffentlichung des Reports schnellte etwa der Euro auf 1,1690 Dollar hoch, mittlerweile liegt er mit 1,1640 USD wieder auf dem Stand des frühen Handels.
03.11.2017 14:12

Gegenüber dem Schweizer Franken fiel der Dollar kurz auf 0,9949 zurück, liegt aktuell mit 0,9986 wieder knapp unter der Parität. Das EUR/CHF-Paar bewegt sich entsprechend wenig, am frühen Nachmittag geht die Gemeinschaftswährung bei 1,1648 CHF um.

Wie dem US-Jobbericht zu entnehmen war, haben die Stundenlöhne und Gehälter in den USA im Oktober stagniert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne blieben zum Vormonat unverändert, nachdem sie im September noch um 0,5% zugelegt hatten. Experten hatten vor der Veröffentlichung mit einem Zuwachs von 0,2% gerechnet. Im Jahresvergleich resultiert ein Plus von 2,4%, was ebenfalls unter den Erwartungen liegt. Die Lohnentwicklung spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Positiv war die Entwicklung im Oktober bei der Arbeitslosenquote. Diese sank um 0,1 auf 4,1% und damit auf den tiefsten Stand seit 17 Jahren, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Experten hatten mit einer unveränderten Quote gerechnet. Mit Blick auf die tiefe Arbeitslosigkeit sprechen einige Experten gar von Vollbeschäftigung.

Der Beschäftigungsgrad stieg ebenfalls an. Ausserhalb der Landwirtschaft sind 261'000 neue Stellen geschaffen worden, heisst es im Bericht. Dies ist allerdings weniger, als von den Experten erwartet wurde. Nach oben korrigiert wurden zudem die Zahlen für die Monate August und September, in welchen die Beschäftigungszahl auf Grund der Wirbelstürme Harvey und Irma aussergewöhnlich tief gestiegen war.

Die Nominierung des Notenbankers Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der Fed sorgte nicht mehr für Bewegung an den Märkten. Die Personalentscheidung war zuvor bereits in den Medien durchgesickert.

Auch die am Vortag vorgelegten Pläne für eine Steuerreform in den USA bewegten zuletzt kaum noch. Sie stellen nach Einschätzung der Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank keine grosse Neuigkeit dar. Bereits im September war ein Entwurf der Steuerreform vorgelegt worden. "Ausserdem ist die Durchsetzung der Reform derzeit mehr als fraglich", sagte Praefcke.

Deutliche Bewegung am Devisenmarkt gab es bei der türkischen Lira, die sich aufgrund der höchsten Inflation in der Türkei seit 2008 im Verhältnis zum Euro ihrem Rekordtief von Mitte Oktober näherte. Der venezolanische Bolivar erreichte unterdessen sein Rekordtief, nachdem Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro angekündigt hatte, mit Gläubigern über die Staatsschulden verhandeln zu wollen. Der offizielle Wechselkurs des Bolivar spielt im Alltag des Landes allerdings kaum eine Rolle, weil hier der Schwarzmarktkurs tonangebend ist. Diesem Kurs zufolge ist der Bolivar um mehr als das tausendfache schwächer als nach dem offiziellen Kurs.

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(AWP)