Ehemaliger BSI-Asienchef klagt offenbar in Singapur hohe Bonuszahlungen ein

(Ergänzt um Angaben zu den eingeklagten Summen im zweiten Abschnitt)
13.07.2016 15:27

Singapur (awp) - Der frühere BSI-Asienchef, Hanspeter Brunner, geht offenbar wegen nicht ausbezahlter Boni gerichtlich gegen seinen ehemaligen Arbeitnehmer vor. Die Klage sei am 4. Juli an einem Gericht in Singapur eingereicht worden, heisst es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Mittwoch. Die BSI war wegen ihrer Asien-Geschäfte sowohl in der Schweiz wie in Singapur scharf sanktioniert worden.

Die Singapur-Tochter der BSI habe Bonusvereinbarungen und die Trennungsvereinbarungen mit ihm nicht eingehalten, macht Brunner gemäss dem Agenturbericht in der Klageschrift geltend. Es gebe "keine rechtliche Grundlage", den im vergangenen Monat fälligen Bonus nicht auszubezahlen, macht Brunner geltend. Dabei geht es um eine Summe von 722'800 Singapur-Dollar oder rund 536'000 USD. Zudem wolle die Bank alle weiteren vereinbarten Zahlungen nicht einhalten, befürchtet Brunner - dabei gehe es um rund 1 Mio USD, die bis 2018 ausbezahlt werden sollen.

Brunner war im März 2016 von seinem Posten als BSI-Asienchef zurückgetreten, nachdem die Vorwürfe wegen der Verwicklung der BSI Singapur in die Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB immer lauter geworden waren. Zudem wurden im südostasiatischen Stadtstaat Strafuntersuchungen gegen sechs ehemalige BSI-Banker eingeleitet, darunter auch gegen Brunner selbst.

Die BSI, die derzeit von der Konkurrentin EFG International übernommen wird, war Ende Mai wegen der Geschäfte mit der 1MDB von den Aufsichtsbehörden in der Schweiz und Singapur sanktioniert worden. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hatte die Auflösung der Bank verfügt und "unrechtmässig erzielte Gewinne" von 95 Mio CHF eingezogen. In Singapur hatte die dortige Finanzmarktaufsicht MAS der BSI die Lizenz erzogen.

Die Tessiner Privatbank wollte den Bloomberg-Bericht am Mittwoch auf Anfrage von AWP nicht kommentieren.

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(AWP)