Ehemaliger BSI-Banker erhält in Singapur neue Gefängnisstrafe wegen 1MDB-Skandal

Ein ehemaliger Banker der Tessiner BSI ist in Singapur im Zusammenhang mit dem Korruptionsfall um dem malaysischen Staatsfonds 1MDB zu einer weiteren Gefängnisstrafe von 54 Monaten verurteilt worden. Der singapurische Staatsbürger war im vergangenen Dezember wegen Justizbehinderung bereits zu einer Strafe von 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
12.07.2017 12:38

Der Angeklagte hat sich gemäss Medienberichten vor Gericht der Geldwäscherei und des Betrugs für schuldig erklärt. Bei der Strafe von 54 Monaten Gefängnis handle es sich um das bisher höchste Strafmass eines Singapurer Gerichts im 1MDB-Geldwäschereifall, schreibt die Singapurer Zeitung "Straits Times" am Mittwoch.

Wegen dem Korruptionsfall um den Staatsfonds 1MDB sind im vergangenen Jahr bereits mehrere ehemalige Angestellte der mittlerweile aufgelösten Privatbank BSI in Singapur verurteilt worden. Mit dem früheren Chef der Singapur-Tochter der Privatbank Falcon wurde im Januar 2017 zudem ein Schweizer zu einer Haftstrafe von 28 Wochen verurteilt.

Im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal hatte zudem die Singapurer Finanzmarktaufsicht MAS der BSI und der Falcon Private Bank den Banken-Status entzogen. Zudem hatte die MAS die UBS zu einer Busse von 1,3 Mio SGD (0,9 Mio CHF) und die CS zu 0,7 Mio SGD (0,5 Mio CHF) verurteilt.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma hatte ihrerseits wegen der 1MDB-Affäre die Auflösung der BSI verfügt. Die Tessiner Bank ist von der Vermögensverwalterin EFG International übernommen worden und inzwischen vollständig integriert. Ausserdem hatte die Finma die UBS wegen der 1MDB-Affäre gerügt, bei der Falcon hatte sie einen unrechtmässigen Gewinn von 2,5 Mio CHF eingezogen. Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) ermittelt im Fall 1MDB.

tp/cf

(AWP)