Ermittler wollen HSBC in Steuerskandal vor Gericht ziehen

(Im zweiten Abschnitt mit einer Reaktion von HSBC ergänzt)
03.11.2016 18:38

Paris (awp/sda/dpa) - Im Steuerskandal um die Schweizer Filiale der Grossbank HSBC wollen französische Ermittler die britische Konzernmutter vor Gericht bringen. Die nationale Finanzstaatsanwaltschaft beantragte bereits am 18. Oktober einen Prozess wegen der Vertuschung von Steuerhinterziehung, wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte.

Auch die Schweizer Tochter sowie zwei frühere Mitarbeiter der Bank werden beschuldigt. Ob die Bank vor Gericht kommt, liegt nun in den Händen der Ermittlungsrichter. In einer Mitteilung der HSBC-Zentrale in London hiess es, man nehme die Empfehlung des französischen Finanzstaatsanwalts zur Kenntnis und verteidige sich "weiterhin energisch".

Die Schweizer HSBC-Filiale soll französischen Kunden in den Jahren 2006 und 2007 beim Steuerbetrug geholfen haben. Ein ehemaliger Bankmitarbeiter hatte Tausende Kundendaten den Behörden in Frankreich zugespielt.

Im vergangenen Jahr hatten die Pariser Ermittler ihr schon länger laufendes Ermittlungsverfahren gegen die Schweizer Tochter auf die Holding ausgeweitet - sie werfen der Zentrale vor, die Filiale nicht genug kontrolliert zu haben.

(AWP)