Finma hat Verfahren auch gegen früheren Raiffeisen-Chef Vincenz eingeleitet

Gegen den früheren Chef der Raiffeisen-Gruppe, Pierin Vincenz, hat die die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) ein Verfahren eingeleitet. "Ich bin von der Finma am 1. November 2017 darüber informiert worden, dass im Zuge des Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz auch gegen mich persönlich ein Enforcement-Verfahren bezüglich Handhabung von Interessenskonflikten während meiner Zeit bei Raiffeisen Schweiz eröffnet worden ist", lässt sich Vincenz in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung zitieren.
05.11.2017 18:26

"Ich bin der Ansicht, potenzielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt behandelt zu haben, und habe der Finma für die Untersuchung meine volle Unterstützung zugesichert", heisst es weiter in der Mitteilung in der keine weiteren Informationen mehr enthalten sind.

Erst am vergangenen Montag wurde bekannt, dass die Finma die Unternehmensführung der Raiffeisen-Gruppe unter die Lupe genommen hat. Sie hat ein Verfahren zu Corporate-Governance-Themen bei der Bankengruppe eingeleitet. Ein Raiffeisen-Sprecher bestätigte damals entsprechende Information der Wochenendpresse. Genaueres dazu wollte er allerdings nicht sagen: Zu laufenden Verfahren der Finma könne Raiffeisen keine Auskunft geben.

Die Finma selbst bestätigte, einen Beauftragten eingesetzt zu haben, um Corporate-Governance-Themen bei der Raiffeisen zu untersuchen. Nachdem der Beauftragte seine Ergebnisse vorgelegt hatte, eröffnete die Finma demnach ein Verfahren. Weitere Auskünfte erteilte auch die Aufsichtsbehörde mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Laut dem Zeitungsbericht liegt ein von der Finma angeforderter Bericht der Revisionsfirma Deloitte inzwischen bei der Aufsichtsbehörde. Untersucht worden seien auch Übernahmen durch Raiffeisen oder verbundene Unternehmen. Raiffeisen hatte unter anderem die Privatbank Wegelin gekauft und war beim Finanzunternehmen Leonteq eingestiegen.

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(AWP)