GAM-Aktionär Bohli wieder ausgestiegen - Aktien deutlich im Minus

(Ergänzt um weitere Informationen) - Beim Vermögensverwalter GAM ist der aktivistische Investor Rudolf Bohli wieder ausgestiegen. Bohli war erst in diesem Frühjahr bei GAM eingestiegen und hatte mit Forderungen ans Management für Wirbel gesorgt. Der Aktienmarkt reagiert am Donnerstag mit deutlichen Kursabgaben auf den Ausstieg des Investors.
28.06.2017 10:55

Ein Sprecher von Bohlis RBR Strategic Value Fonds bestätigte am Mittwoch gegenüber der AWP eine entsprechende Meldung der "Finanz und Wirtschaft". "Ich habe einen guten Gewinn gemacht und bin zufrieden", sagte Bohli gegenüber "Finanz und Wirtschaft". Er habe bei GAM Veränderungsvorschläge angebracht. Doch die Mehrheit der Aktionäre habe entschieden, nicht so weit gehen zu wollen. Dies respektiere er und wolle nicht nochmals mit den gleichen Forderungen zurückkommen, so der Investor.

Dies habe aber zum Entschluss geführt, zuerst Aktien über die Börse zu verkaufen und nun das restliche Paket in einer Blocktransaktion am Markt zu platzieren, führte Bohli weiter aus.

Ende Februar, als die GAM-Valoren noch bei 10,30 CHF notierten, vermeldete Bohli respektive sein RBR Strategic Value Fonds, einen Anteil von rund 3,3% an GAM. Verkauft wurde das Paket von 3% oder 4,73 Mio Aktien am Mittwoch vorbörslich zu 13,15 CHF pro Aktie. Das Angebot, das über die Credit Suisse als federführende Bank platziert wurde, soll gemäss einem Händler überzeichnet gewesen sein. Am Mittwochvormittag notieren die GAM Valoren auf 12,90 CHF, was einem Abschlag von 5,2% gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag entspricht.

CEO-ABLÖSUNG GEFORDERT

Einiges sei bei GAM erreicht worden, sagte der Investor gegenüber der Wirtschaftszeitung weiter: GAM habe einen Chief Restructuring Officer eingesetzt, und die Vergütungsanreize würden überprüft.

Bohli hatte nach seinem Einstieg massive Kritik am GAM-Management erhoben und dies als unzureichend und ineffektiv bezeichnete. Entsprechen forderte er im Vorfeld der Generalversammlung vom April eine Neubesetzung des Verwaltungsrates sowie die Entlassung von CEO Alexander Friedman. Unterstützung erhielt Bohli dabei von den Stimmrechtsberatern ISS, Glass Lewis und anderen Aktionären.

An der Generalversammlung scheiterte Bohli dann aber mit seinen Kandidaten für die Wahl in den Verwaltungsrat. Indes folgten die Aktionäre seiner Kritik am Vergütungsmodell für das Management.

sig/tp

(AWP)