Griechische Behörden nehmen Ex-UBS-Banker ins Visier

Zürich (awp/sda/reu) - Die griechischen Behörden haben ihre Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung im Umfeld der Schweizer Grossbank UBS ausgeweitet. Die Athener Regierung bestätigte am Dienstag eine Hausdurchsuchung bei einem ehemaligen hochrangigen Investmentbanker der UBS in Griechenland, Christos Sclavounis.
19.07.2016 17:26

Zuvor hatte bereits die "Financial Times" darüber berichtet. Die Regierung erklärte, es handle sich dabei "um einen weiteren Fall, in dem die griechischen Behörden methodisch und effizient vorgegangen sind, um Gerechtigkeit zu schaffen." Sie werde weiterhin gegen Korruption und Fehlverhalten vorgehen. Sclavounis war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte die griechische Staatsanwaltschaft Büros der UBS in Athen durchsucht und dabei Unterlagen beschlagnahmt. Die Ermittlungen gehen auf Daten zurück, die das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen dem Finanzministerium in Athen übermittelt hat. Eine UBS-Sprecherin erklärte, das Institut sei von den Behörden nicht über die angebliche Untersuchung informiert worden. Daher wolle sich die Bank auch nicht dazu äussern.

Nordrhein-Westfalen hat seit 2010 mehrfach Datenträger mit Insider-Informationen über Steuerhinterzieher gekauft. Zahlreiche Steuersünder hatten Gelder bei Schweizer Banken versteckt.

mk

(AWP)