Julius-Bär-Markstrategen erwarten ein gutes Aktienjahr 2018

Das kommende Jahr dürfte gemäss den Strategen von Julius Bär wieder ein gutes Aktienjahr werden. Die globalen Aktienmärkte seien zwar kein Schnäppchen mehr aber immer noch günstig bewertet, sagte Christian Gattiker, Chefstratege und Leiter Research von Julius Bär, an einer Medienveranstaltung zum Finanzmarktausblick 2018, die am Dienstag stattfand.
28.11.2017 13:45

Treiber der Aktienmärkte sind - den Julius Bär Ausblick zusammengefasst - eine solide globale Wirtschaftsentwicklung und damit verbunden steigende Unternehmensgewinne, weiterhin kaum Störungen von den Zentralbanken sowie eine geringe Teuerung.

"Die Weltwirtschaft läuft rund", diagnostiziert Chefökonom Janwillem Acket. Bei den beiden gegenwärtigen Wirtschaftslokomotiven USA und Eurozone würden alle Indikatoren darauf hindeuten, dass die beiden Ökonomien ihren Konjunkturzyklus weiterführen dürften, wobei die USA die Eurozone wachstumsmässig übertreffen dürfte. Für die USA rechnet er 2018 mit einem realen BIP-Wachstum von 3,7% und für die Eurozone von 2,0%.

Davon dürfte auch die Schweiz in Form steigender Exporte profitieren und die heimische Wirtschaft befeuern, für die der Ökonom 2018 ein BIP-Wachstum von 1,7% prognostiziert. Einen zusätzlichen Bonus erhalte diese durch den schwächeren Franken, führte Acket weiter aus. Den EUR/CHF sieht Julius Bär in einem Zeitraum von drei Monaten respektive 12 Monaten bei 1,13 respektive 1,12.

Dabei sei die Konjunktur nicht mehr deflationär, die Inflation bleibe weltweit aber tendenziell verhalten. Für die Notenbanken ergebe sich diesbezüglich kaum Handlungsbedarf, so der Ökonom weiter. Entsprechend seien von Seiten der globalen Geldpolitik kaum Störmanöver zu erwarten. Zwar dürfte sich die Normalisierung der Geldpolitik in den USA und in Kanada 2018 fortsetzten. Europa dürfte aber frühestens 2019 nachziehen, sagte Acket weiter. Entsprechend dürfte sich die SNB passiv verhalten, zumal der Franken weiter schwach bleiben dürfte.

KEINE INDIZIEN FÜR KURSSTURZ

Dieses Umfeld spricht für eine Fortsetzung der Hausse an den Aktienmärkte. Auch wenn viele Marktkommentatoren und Strategen inzwischen von einer Überbewertung der Dividendenpapiere warnen würden, seien Aktien fundamental weltweit nicht teuer, führte Gattiker aus. Derzeit seien auch keine wirtschaftliche Risiken erkennbar, die einen Kurssturz auslösen könnten.

Spielraum für eine anhaltende Aktienhausse sieht Gattiker auch in den hohen Cash-Beständen in den Portefeuilles der Anleger. Der liquide Anteil in den Portfolios der Julius Bär-Kunden betrage derzeit durchschnittlich 21%. Vor Ausbruch der Finanzkrise habe dieser 9% und im Höhepunkt der Krise rund 30% betragen. Einsprechend existiere hier noch Nachholbedarf.

Anleger sollten unbedingt investiert bleiben, empfiehlt Christian Gattiker. Auf ihrer Empfehlungsliste stehen dabei Titel aus dem Technologie-, dem Energie- und dem Banken-Sektor.

sig/rw

(AWP)