Korr HaZ: ESTV mit Untersuchung gegen Steuervertreterin von Jean-Claude Bastos

(Die "Handelszeitung" hat eine am Vortag publizierte Meldung in verschiedenen Punkten korrigiert. Es wurde klargestellt, dass sich die Untersuchung gegen die Steuerverwalterin von Jean-Claude Bastos richtet. Der ursprünglich genannte Name Turtle Management wurde gestrichen.) - Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) führt eine Untersuchung gegen die Steuervertreterin von Jean-Claude Bastos durch. Dies berichtet die "Handelszeitung". Es gehe um vorenthaltene Informationen und möglicherweise Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
20.09.2018 18:13

Wie der Zeitung vorliegende Gerichtsdokumente offenbar zeigen, wirft die ESTV der Steuervertreterin von Jean-Claude Bastos vor, "in den Perioden 2011 bis 2015 den Steuerbehörden Informationen vorenthalten zu haben, wodurch diese die zu tiefe Deklaration nicht erkannten und das Einkommen unvollständig besteuerten".

Die Steuerverwaltung gab auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP keinen Kommentar ab. Sie äussere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren, hiess es.

Hausdurchsuchung in Zürich

Konkret geht es laut "HaZ" gegen die Steuervertreterin um den Verdacht der Gehilfenschaft beziehungsweise Mitwirkung zur Steuerhinterziehung. Dabei stützten sich die Berner Steuerfahnder offenbar unter anderem auf ein "Dokument F" ab, bei dem es sich Lohnausweis und Steuererklärung eines Ehepaars handeln soll.

Bereits im Mai hätten die Fahnder bei der Durchsuchung der Räumlichkeiten der Steuervertreterin zahlreiche Unterlagen und Daten sichergestellt, die diese allerdings habe versiegeln lassen. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona habe jüngst die Beschwerde der Steuervertreterin gegen die Hausdurchsuchungen abgewiesen, schreibt die Zeitung. Das Entsiegelungsverfahren könnte noch ans Bundesgericht weitergezogen werden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bastos sitzt in Angola fest

Auf Jean-Claude Bastos komme somit nun weiteres Ungemach zu. In Angola sitze er ohne Pass fest und liefere sich in mehreren Jurisdiktionen einen Rechtsstreit mit seinem staatlichen Ex-Kunden, so die Zeitung. Bis vor kurzem war Bastos via seine Firmengruppe Quantum Global mit Sitz in Zug Verwalter des angolanischen Staatsfonds FSDEA.

Der Fall Bastos war auch an einem Arbeitstreffen im Juli des angolanischen Generalstaatsanwalts Hélder Fernando Pitta Gróz und Bundesanwalt Michael Lauber ein Thema, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet hatte.

Die Bundesanwaltschaft untersucht ihrerseits den Fall Bastos wegen des Verdachts auf Geldwäscherei. Dazu sei Ende April 2018 ein Strafverfahren gegen unbekannte Täterschaft eröffnet worden, hatte die Behörde mitgeteilt. Es gehe darin um mögliche Straftaten gegen das Vermögen der angolanischen Nationalbank und des angolanischen Staatsfonds.

jb/ra

(AWP)