Korruptionsverdacht: Genfer Staatsanwaltschaft startet Untersuchung

Die Genfer Staatsanwaltschaft untersucht Korruptionsvorwürfe, die im Zusammenhang mit den "Paradise Papers" stehen. Das Strafverfahren gegen die Ölgesellschaft Vitol mit Sitz in Genf wurde jedoch schon vor den Medienberichten von vergangenem Sonntag eröffnet.
11.11.2017 12:56

Im Rahmen der Untersuchung seien bereits Gelder blockiert worden, sagte der Genfer Justizsprecher Henri Della Casa am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte entsprechende Informationen der Zeitung "La Liberté". In diesem Fall existierten seit 2016 mehrere Rechtshilfegesuche vonseiten Grossbritanniens.

Nach Angaben der Freiburger Tageszeitung, welche die NGO Public Eye zitiert, handelt es sich bei der Untersuchung um angebliche Bestechungszahlungen des nigerianischen Geschäftsmannes Kola Aluko an den ehemaligen nigerianischen Ölminister Diezani Alison-Madueke. Die Verträge zwischen der Vitol-Gruppe und Aluko werden derzeit von den Gerichten geprüft.

Die Basis der "Paradise Papers"-Enthüllungen ist ein Datenleck. Die 13,4 Millionen Dokumente wurden der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt und von einem internationalen Journalistennetzwerk ausgewertet. Aus der Schweiz war ein Rechercheteam von Tamedia beteiligt. Die "Paradise Papers" geben Einblicke in die Arbeit hochspezialisierter Berater, die komplizierte Konstrukte zur Steuervermeidung schaffen.

(AWP)